Im Neubaugebiet Riedberg wurde die neue Schule mit einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach ausgestattet.
Bild: Jürgen Dittmar/Mainova AG

Mit Energiewende 570 Mrd. € bis 2050 sparen

Die heutigen Investitionen sichern die Strompreise von morgen, gibt der Forschungsverbund Erneuerbarer Energien (FVEE) zu bedenken.

In einer Stellungnahme aller zwölf Mitgliedsinstitute zur Energiewende betont der FVEE angesichts der aktuellen Strompreisdebatte die Notwendigkeit zum langfristigen Denken. Die Forschung senke die Kosten der Energiewende kontinuierlich: Seit den 1990er Jahren seien diese für die Photovoltaik um das 10-fache gesunken. Ebenso würde die Forschung in den Bereichen der anderen Erneuerbaren, der Netzintegration und Energieeffizienz helfen, den volkswirtschaftlichen Nutzen durch neue Materialien, Verfahren und Komponenten zu optimieren. Preissteigerungen lassen sich außerdem mit der Entwicklung von Stromeinspartechnologien kompensieren.

Das Einsparpotential der Energiewende liege gegenüber einem Festhalten an fossiler Energieversorgung bei 570 Mrd. € bis 2050. Das ist das Ergebnis von Studien der Mitgliedsinstitute für das Bundesumweltministerium im Rahmen der BMU-Leitstudie. Alle jetzt anfallenden Investitionen würden sich in einem überschaubaren Zeitraum amortisieren und positive volkswirtschaftliche Effekte entfalten. Schon 2011 erreichte man in der Branche der Erneuerbaren 380 000 Arbeitsplätze und rd. 25 Mrd. € Umsatz.

Angesichts der in immer mehr Medien kolportierten EE-Umlage für 2013 von 5,227 ct/kWh ist die Akzeptanz der Bürger für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in den letzten Monaten nach Angaben der Agentur für Erneuerbare Energien (dena) immer noch sehr hoch: 93 % halten demnach den verstärkten Ausbau der Erneuerbaren für "wichtig" bis "außerordentlich wichtig". Das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest hatte im Auftrag der dena von August bis Oktober bundesweit rd. 3 800 Personen befragt.

Die Mehrheit der Befragten, nämlich 74 %, sind der Meinung, dass erneuerbare Energien zu einer sicheren Zukunft der nachfolgenden Generationen beitragen. Für mehr als zwei Drittel steht fest, dass der Klimaschutz der besondere Vorteil der Erneuerbaren sei. Zudem fanden es 62 % wichtig, dass Sonne, Wind und Co. die Abhängigkeit von Energieimporten senke.

Auch die Akzeptanz der Erneuerbaren in der Nachbarschaft sei konstant hoch, besonders dann, wenn die Befragten bereits Vorerfahrung mit entsprechenden Anlagen gemacht haben. Besonders beliebt sind Solarparks, die sich 77 % der Befragten in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft vorstellen könnten. Gibt es bereits Vorerfahrungen, würde die Zahl der Befürworter sogar auf 84 % steigen.

Beim Bau neuer Stromtrassen bevorzugen die Bürger vor allem unterirdische Leitungen, drei Viertel würden demnach unter diesen Umständen dem Bau zustimmen. 63 % sprechen sich allgemein für neue Stromleitungen aus, wenn diese notwendig seien. Genauso viele würden Ja zum Netzausbau sagen, wenn der Strom aus regionalen Erneuerbare-Energien-Anlagen käme.

46 % sehen zudem eine künftige EEG-Umlage von rd. 5 ct/kWh als "angemessen" oder "zu niedrig". Bei der gleichen Frage zur EEG-Umlage von 3,5 ct/kWh vor einem Jahr, fanden jedoch noch drei Viertel die damalige EEG-Umlage für "angemessen" oder "zu niedrig". (sg)