Neue Stimme der Bürger

Elf Organisationen haben heute in Berlin das Bündnis Bürgerenergie gegründet.

Bürgerinnen und Bürger sehen sich bei der Energiewende übergangen. Alleine im
Jahr 2012 haben Bürger über 5 Mrd. € in erneuerbare Energien investiert. Doch wenn in Berlin über die Zukunft der Energiewende entschieden wird, haben die Interessen der Bürgerenergie bisher keine Stimme. Dies soll sich nun
ändern: Elf Organisationen haben heute in Berlin das Bündnis Bürgerenergie gegründet.

"Unser Ziel ist es, der Bürgerenergie im politischen Berlin eine kraftvolle Stimme zu verleihen", sagt Ursula Sladek, eine der Initiatorinnen des Bündnisses sowie aktuelle Trägerin des Deutschen Umweltpreises. "Die von der großen Koalition vorgeschlagenen Reformpläne sind ein Schlag in das Gesicht der Millionen Bürger, die sich für eine dezentrale Bürgerenergiewende einsetzen. Ein Schlag ins Gesicht der Millionen Menschen, die sich für aktiven Klimaschutz vor Ort, die Aufwertung ihrer Region, Generationengerechtigkeit, politische Teilhabe und langfristige Stabilität der Energiepreise engagieren."

Das neue Bündnis versteht sich als Kompetenzzentrum für alle Fragen der Bürgerenergie. "Die Bundesregierung hat noch nicht erkannt, dass vor allem die Bürgerinnen und Bürger vor Ort mehr Nachhaltigkeit in die Energieversorgung bringen. Ohne sie wäre die Energiewende noch weit von den politisch erklärten Zielen entfernt", erklärt Dietmar Freiherr von Blittersdorff, Aufsichtsrat des Bündnisses und Vertreter von "Energiewende Jetzt", einem Netzwerk für Bürgerenergiegenossenschaften.

"Die Energiewende von unten ist akut gefährdet durch das geplante neue Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) des Bundesenergieministers", sagt Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbandes für Erneuerbare Energie und ebenfalls im Vorstand des Bündnisses für Bürgerenergie. Mit der Einführung von verpflichtender Direktvermarktung sowie Ausschreibungen für erneuerbare Energien macht die Bundesregierung eine Energiepolitik, die nur die Interessen der großen Marktakteure bedient. Das bremst die Energiewende radikal aus und gefährdet auch deren Akzeptanz.

"Bei der Energiewende geht es nicht nur darum, die Produktion von Strom und Wärme auf erneuerbare Energien umzustellen. Vielmehr verändert die Energiewende die Energiewirtschaft – weg von zentralistischen hin zu dezentralen Strukturen", so Sladek weiter. Initiatoren und Gründungsmitglieder des Bündnisses sind Netzkauf EWS eG, Stiftung Neue Energie, GLS Bank Stiftung, 100 Prozent Erneuerbar Stiftung, Haleakala-Stiftung, Bürgerenergie Thüringen e.V., Landesnetzwerk Bürgerenergiegenossenschaften Rheinland-Pfalz, Netzwerk Energiewende Jetzt, Naturstrom AG, Bundesverband Erneuerbare
Energie e.V. (BEE) und Agentur für Erneuerbare Energien. (al)