Der Grünen-Politiker Franz Untersteller ist Umweltminister des Landes Baden-Württemberg. KD BUSCH D3S/1

Neues Erneuerbare-Wärme-Gesetz tritt in Kraft

Das Land Baden-Württemberg erkennt bei der Novelle erstmals Photovoltaik als Option an.

Ab dem 1. Juli gelten für Gebäudeeigentümer in Baden-Württemberg neue Vorschriften zum Einsatz erneuerbarer Energien bei Heizung und Warmwasser. Das Gesetz greift beim Austausch der zentralen Heizanlage eines Gebäudes.

Umweltminister Franz Untersteller bezeichnete die Novelle des EWärmeG als ein gelungenes Gesetz, mit dem Baden-Württemberg seine Vorreiterrolle beim Klimaschutz bestätige. Kernpunkte des Gesetzes sind die Erhöhung des Pflichtanteils erneuerbarer Energien beim Heizungstausch von 10 auf 15 %, die Ausweitung des Geltungsbereichs des Gesetzes von Wohngebäuden auch auf Nichtwohngebäude, sowie die Erweiterung der Erfüllungsoptionen für die gesetzliche Pflicht, berichtet das Umweltministerium.

Mit der Novelle werden zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Maßnahmen ermöglicht, die unterm Strich als Erfüllung der gesetzlichen 15-%-Pflicht anerkannt werden. Eine besondere Option ist der sog. gebäudeindividuelle energetische Sanierungsfahrplan, mit dem ein Eigentümer eine Art Masterplan für die energetische Sanierung seines Gebäudes erstellen lassen kann.

Umweltminister Franz Untersteller: "Mit den vielen im EWärmeG beschriebenen Erfüllungsoptionen gehen wir auf die unterschiedlichen Situationen, in denen sich Hauseigentümer befinden, ein. Damit haben wir das Gesetz optimiert und schaffen Anreize für mehr Klimaschutz im Gebäudebestand."

Als offizielle Ersatzerfüllung der Gesetzesanforderungen gilt künftig auch die Installation einer Photovoltaikanlage, berichtet der Branchenverband Solar Cluster Baden-Württemberg. Wer über ein kleines Einfamilienhaus mit 100 m2 Wohnfläche verfügt, dem reicht eine Anlage mit 2 kWp Spitzenleistung zur umfassenden Erfüllung des Gesetzes. Diese Anlagengröße liegt in Deutschland am unteren Rand der Skala: Der Großteil der PV-Anlagen auf deutschen Dächern hat eine Leistung von 5 bis 8 kWp, das entspricht rd. 40 bis 60 m2 Dachfläche.

Informationen zum EWärmeG finden sich auf den Seiten des baden-württembergischen Umweltministeriums unter www.um.baden-wuerttemberg.de Außerdem findet sich dort ein anschauliches Video, das einen kurzen Überblick über die Inhalte des Gesetzes gibt. (al)