Niedersachsen steht zu Fracking

Bei einer Einreichung einer Bundesratsinitiative sprach sich Wirtschaftsminister Olaf Lies für die umstrittende Methode aus – mit Ausnahmen.

Niedersachsen will auch weiterhin die umstrittene Methode Fracking bei der Gasförderung erlauben – jedoch nicht bei der Förderung von unkonventionellen Quellen, sondern lediglich bei konventionellen Quellen, wo die Methode bereits eingesetzt wird. Dies berichtete die Agentur DPA. Es soll aber eine Umweltverträglichkeitsprüfung und mehr Transparenz geben.

Gestern stellte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) in diesem Kontext eine Bundesratsinitiative vor. Den Einsatz von Fracking zur Förderung von Schiefergas aus unkonventionellen Quellen will Niedersachsen per Erlass ausschließen.

Zum Hintergrund: Niedersachsen ist im Vergleich zu anderen Bundesländern reich an Erdgasvorkommen. 95 % der deutschen Erdgasvorkommen befinden sich in Niedersachsen. Fracking wird bereits bei konventionellen Förderungen verwandt. Zwischen 1961 und 2011 gab es nach Angaben des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie 326 Fracking-Maßnahmen in Niedersachsen, so DPA.

Erst jüngst, bei der Umweltministerkonferenz am 9. Mai in Konstanz, haben sich die Umweltminister der Länder auf Antrag Schleswig-Holsteins für ein Verbot von Fracking mit Hilfe umwelttoxischer Substanzen ausgesprochen. In ihrem Beschluss fordern die Umweltminister außerdem eine Novellierung des Bundesbergrechts, um mehr Umweltschutz, Transparenz und Bürgerbeteiligung bei bergbaulichen Vorhaben zu schaffen. „Das Bergrecht ist veraltet und atmet den Geist der rücksichtslosen Ausbeutung von Böden und Umwelt. Hier besteht dringender Reformbedarf. Ich bin froh, dass auch meine Amtskollegen das so sehen“, sagte Schleswig-Holsteins Energiewende- und Umweltminister Robert Habeck. (al)