Positive Impulse für die Kraft-Wärme-Kopplung

Nachdem Bundesrat und Bundestag das KWKG verabschiedet haben, bewertet etwa die ASEW Mieterstromkonzepte für Stadtwerke weiterhin als attraktiv.

Zwar sei der Bundestag nicht den Empfehlungen des Bundesrats gefolgt, die Zuschläge für aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erzeugten und nicht ins öffentliche Netz eingespeisten Strom beizubehalten. Allerdings soll sich die Zahl der geförderten Vollbetriebsstunden im Leistungssegment bis 50 kW von 45 000 auf 60 000 erhöhen.

"Dies ist für Mieterstromkonzepte durchaus interessant", sagt Daniela Wallikewitz, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserversorgung (ASEW). Zwar wäre es, wie ursprünglich vom Bundesrat angeregt, zu begrüßen gewesen, wenn Contractoren mit Eigenverbrauch gleichgestellt würden. Da sie aber explizit benannt und berücksichtigt werden, gehe das KWKG bereits in die richtige Richtung. "Die Erhöhung der geförderten Betriebsstundenzahl wirkt sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit entsprechender Konzepte aus", verdeutlicht Wallikewitz.

Auch der Bundesverband BKWK begrüßt, dass Contractoren weiterhin KWK-Zuschläge erhalten. Diese belastete die EEG-Umlage bislang unverhältnismäßig stark, so die Meinung des Verbands. Kritisch sehe man, dass KWK-Anlagen nur noch bis zu einer Größe von 100 kW elektrisch eine Zuwendung für eigenverbrauchten Strom erhalten. Dies verlängere die Amortisationszeiten und könne Investitionsvorhaben unwirtschaftlich machen.

Für KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung von bis zu 100 kW, die noch bis zum Jahresende verbindlich bestellt werden, gilt eine Übergangsbestimmung. Sie erhalten die KWK-Zuschläge nach der Fassung vom 19. März 2002. Dabei wird die verbindliche Bestellung mit einer Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) gleichgestellt. Das ist insofern von Bedeutung, so die ASEW, da eine entsprechende BImSchG bis Jahresende nicht mehr zu realisieren ist.

Positiv beurteilt der BKWK die Übergangsregelung in Bezug auf die verpflichtende Direktvermarktung. Diese bezieht zunächst nur größere KWK-Anlagen mit ein. So behalten Anlagen unter 250 kW ihren Anspruch auf Vermarktung des KWK-Stroms durch die Netzbetreiber, wenn sie bis zum 30. Juni 2016 in Dauerbertrieb genommen werden. Für Anlagen unter 100 kW gilt dies sogar bis zum 31. Dezember 2016.

Die ASWE lobt, dass die Anpassungen des KWKG ein "wichtiger Impuls" seien, "damit der KWK-Ausbau an Fahrt aufnimmt". "Vor allem Marktmodelle, die Strom nicht in öffentliche Netze einspeisen, sind aufgewertet worden", sagt Sarah Scholz, Kunden- und Produktmanagerin bei der ASEW. Bundestag und Bundesrat hätten die wachsende Bedeutung von Energiedienstleistern erkannt. "Gerade Stadtwerke sind hier mit innovativen Modellen am Markt aktiv und können sich in ihrem Engagement bestätigt und gestärkt fühlen", so Scholz.

Die ASEW hat eine Projektgemeinschaft gegründet, die erstmals im Januar 2016 tagen wird. Sie unterstützt Stadtwerke bei dem Thema Mieterstrom. Ziel sei es, "unkompliziert implementierbare White-Label-Lösungen zu erarbeiten". (sg)