Hans-Joachim Reck, bislang VKU-Hauptgeschäftsführer, geht zur Agentur Ketchum Pleon. Bild: VKU / Schuering

Reck: Kommunale Handschrift deutlich erkennbar

Wenige Stunden nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen hat die VKU-Verbandstagung in Berlin begonnen.

Den aktuell vorliegenden Koalitionsvertrag der Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD bewertet der VKU-Hauptgeschäftsführer, Hans-Joachim Reck, als sehr beachtlich. Das Ergebnis sei ganz anders ausgefallen als etwa vor vier Jahren, sagte Reck bei der Eröffnung der Verbandstagung des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) im Maritim Hotel Berlin. "Wir hätten uns keinen besseren Tag aussuchen können für unsere Veranstaltung." Im Koalitionsvertrag sei deutlich erkennbar, dass die Stimme der kommunalen Unternehmen immer mehr Gewicht in der Politik habe.

Im kommenden Jahr feiert der Verband sein 65-jähriges Bestehen. "Das ist eine Erfolgsgeschichte", so Reck. Zugleich nahm der Verband Abschied von einem seiner ehemaligen Präsidenten, Manfred Rommel. Reck betonte seine Leistungen als "großen Verfechter der kommunalen Idee".

Bundeskanzlerin Angela Merkel, die per Videobotschaft zu den knapp 1000 in Berlin zusammengekommenen Experten sprach, ordnete die kommunalen Unternehmen als "Herz-Kreislauf-System der Energiewirtschaft" ein. "Die kommunale Wirtschaft bündelt quasi das Know-how für die Energiewende." Sie setze auf "Ihre Kompetenzen", etwa beim Aufbau eines neuen Marktdesigns, der Modernisierung der Verteilnetze oder beim Thema Energieeffizienz.

Bei der Privatisierung der Wasserbetriebe sei weit über das Ziel hinausgeschossen worden, sagte Michael Müller, Bürgermeister von Berlin in seinem Grußwort. Der Rückkauf der Berliner Wassernetze sei dringend notwendig gewesen. "Die Wasserversorgung gehört in öffentliche Hand", stellte Müller unter Beifall der Tagungsteilnehmer fest. Die Öffentliche Hand müsse angesichts der künftigen Herausforderungen wieder mehr Verantwortung übernehmen. So steige in den nächsten 15 Jahren in der Bundeshauptstadt die Bevölkerungszahl um etwa 250 000 Einwohner. Dies müsse verstärkt mit Dienstleistungen der kommunalen Wirtschaft bewältigt werden. Als wichtigen Schritt stellte Müller in diesem Bezug den Senatsbeschluss zur Gründung eines kommunalen Stadtwerks in Berlin heraus. Allerdings sei auch klar, dass hier die gegensätzlichen Meinungen von Skeptikern und Befürwortern "mit voller Wucht" aufeinandertreffen. Müller präferiert den goldenen Mittelweg. "Hier sollten wir als Stadt mitspielen, wobei wir nicht alles selbst machen müssen", so der Bürgermeister. Strategie sei "Schritt für Schritt" einzusteigen in den Aufbau von Kompetenzen, etwa beim Aufbau intelligenter Netze. (mn)