Ein Schwerpunkt der Investitionen liegt bei Innogy auf Ladeinfrastruktur. © Innogy

Sachsen-Anhalt: Förderoffensive bei E-Ladeinfrastruktur

Mit einer 40-prozentiger Kostenbeteiligung will das Land den Ausbau von E-Ladesäulen voranbringen – bundesweit wird die Förderoffensive für Ladepunkte nur schleppend angenommen.

Ambitionierte Ziele auf Bundes- und Länderebene: Sachsen-Anhalt investiert rund 300 000 Euro für den Ausbau der Elektroladeinfrastruktur. 40 Prozent der Kosten für Ladesäulen übernimmt das Land, Antrage können ab Montag (16.April) beim Landesverkehrsministerium gestellt werden, erklärte die Behörde. Der Bund startete bereits vergangenes Jahr eine Förderoffensive für E-Ladesäulen, jedoch mit mäßigem Erfolg.

Derzeit gibt es mehr als 200 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Sachsen-Anhalt. Sollen die Ziele der Bundesregierung im Bereich der E-Mobilität bis 2020 erreicht werden, müssen es weitaus mehr werden. Eine halbe Million E-Autos sollen in den kommenden Jahren auf Deutschlands Straßen unterwegs sein, in Sachsen-Anhalt müssten anteilig in den nächsten zwei Jahren 13 000 E-Autos zugelassen werden, aktuell kann das Land gerade einmal 310 Fahrzeuge mit E-Antrieb verbuchen. Damit der Ausbau klappt, braucht es die nötige Infrastruktur, um jederzeit bequem Laden zu können und einen größeren Streckenradius zu ermöglichen.

Bundesweit 15 000 Ladepunkte bis 2020

Nicht nur die Landesebene will die E-Mobiltät voranbringen, auch der Bund startete bereits 2017 ein ehrgeiziges Förderprogramm zum Aufbau von Ladeinfrastruktur. 300 Mio. Euro nahm die Bundesregierung in die Hand, um das Ladenetz bis 2020 auf bis mindestens 15 000 „Tankstellen“ zu erweitern. Nachdem im ersten Förderaufruf im Frühling vergangenen Jahres 1300 Anträge gestellt wurden, standen im zweiten Aufruf im Herbst 2017 allein 100 Mio. Euro für den Ausbau von Normalladepunkten an. So sollen neben 5000 Schnelladestationen über 10 000 Normalladepunkte errichtet werden, teilte das Bundesverkehrsministerium (BMVI) mit.

Die große E-Mobilitätsoffensive blieb jedoch trotz großzügiger Förderrichtlinien aus. Medienhäuser, wie „Heise“ und „VDI Nachrichten“ berufen sich dabei auf die vom Bundesverkehrsministerium Mitte März veröffentlichte Gesamtliste der Förderbescheidsempfänger. Aktuell ist diese Übersicht beim BMVI nicht mehr einsehbar. Bisher seien nur 46 Mio. Euro der Fördergelder tatsächlich bewilligt worden. Dabei kann sich prinzipiell jeder für eine Förderung bewerben. Egal ob Privatanbieter oder Großkonzern – der Bund sichert eine Übernahme von 40 Prozent der Kosten zu, jedoch maximal fünf Mio. Euro pro Antragsteller.

Überwiegend private Großunternehmen machen sich Förderung zu Nutze

Vor allem große private Unternehmen wie die RWE-Tochter Innogy, der Ladeexperte Enovum und die niederländische Firma Fastned erhielten einen Löwenanteil der Fördergelder, so "VDI Nachrichten". 33 Prozent der Bescheide für Normalladesäulen und elf Prozent der Schnellladebescheide hätten die Unternehmen auf sich vereint. Städte und Kommunen erhielten 21 Prozent der Normalladebescheide und ebenfalls elf Prozent der Förderzusagen für Schnellladestationen. (ls)