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13 Januar 2015 | 15:10

Umfrage: Nur jede sechste KWK-Anlage profitabel

Die Geschäftslage der deutschen Stromversorger mit konventioneller Erzeugung hat sich seit 2013 verschlechtert, so eine Online-Umfrage des BDEW.

Für 39 % der deutschen Stromversorger mit eigener konventioneller Erzeugung, die an einer Online-Erhebung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) teilgenommen haben, hat sich ihre Geschäftslage in den Jahren 2013 und 2014 verschlechtert. Bei den "Stadtwerken und lokalen Energieversorgern" lag die Quote gar bei 41 %.

Dabei wirkte sich eine eigene Stromproduktion auf Basis fossiler Brennstoffe mit Abstand am schlechtesten auf das Geschäftsergebnis aus: bei 69 % der betroffenen Unternehmen (65 % der Kommunalunternehmen und 81 % der regionalen sowie überregionalen Versorger). Nur 8 % notierten einen positiven Beitrag. Die nächsten bedeutenden negativen Faktoren aus Sicht der Entscheider waren der (sinkende) Gas- und Stromabsatz mit 49 und 43 %. Eine eigene Produktion auf Basis Erneuerbarer nützte dagegen der Bilanz von 34 % der darin engagierten Versorger – der zweithöchste positive Wert nach dem ebenfalls abgefragten Segment Großhandel (35 %).

Bei 53 % jener konventionellen Eigenerzeuger schlugen die Verlust aus der Sparte auch auf die Gewinnausschüttungen an ihre privaten oder kommunalen Anteilseigner durch.

Eigene Kraft-Wärme-Kopplungs(KWK)-Anlagen waren 2013 und 2014 bei 32 % der antwortenden Unternehmen unwirtschaftlich, und gut die Hälfte schrieb gerade mal eine schwarze Null damit. Die Entscheider bewerten die Aussichten damit als noch schlechter: 43 % rechnen mit roten Zahlen in der hocheffizienten gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme, nur 14 % mit Gewinnen daraus, während in den vergangenen zwei Jahren noch 17 % einen positiven Ergebnisbeitrag aus solchen eigenen Anlagen erwirtschafteten.

Der BDEW veröffentlichte heute Ergebnisse dieser Erhebung, an der Ende November bis Mitte Dezember 265 Geschäftsführer von Stromversorgern mit eigener Produktion oder eigenem Vertrieb teilgenommen hatten. Der Verband forderte, 2015 müsse energiepolitisch ein weiteres Jahr der Entscheidungen werden, nicht nur ein Jahr der "Aktionspläne, Evaluierungsberichte und Absichtserklärungen". Neue Gesetze müssten vor allem beim Strommarktdesign, in der Kraft-Wärme-Kopplung, der Anreizregulierung, im Netzausbau, bei Erneuerbaren, in Sachen Energieeffizienz und Treibhausgasminderung bei Kraftwerken kommen, so BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller. (geo)

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Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.