VBW präsentiert Energiemonitoring

Die Stromversorgung in Bayern ist nur bis 2017 gesichert, erläutert eine Prognos-Studie.

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (VBW) hat das dritte Energiewende-Monitoring vorgelegt. Die wissenschaftliche Studie wurde von der Prognos AG durchgeführt. Sie stellt kaum Fortschritte bei der Umsetzung der Energiewende fest. "Das dritte Monitoring zeigt, dass die Energiewende nach wie vor lahmt. Der Bau von Kraftwerkskapazitäten und Speichern kommt nicht voran, die weitere Entwicklung beim Netzausbau ist offen. Die Versorgungssicherheit ist in Deutschland und Bayern heute nach wie vor hoch, aber ebenso hoch ist der Handlungsbedarf", erklärte Präsident Alfred Gaffal.

Der Präsident mahnte erneut ein tragfähiges energiewirtschaftliches Ge­samtkonzept für die Energiewende bis Anfang 2015 an: "Wir brauchen endlich einen Masterplan, wie unsere Energieversorgung in Zukunft aussehen soll. Bis zum Abschalten des letzten Kernkraftwerks Ende 2022 haben wir noch acht Jahre, um unsere Energiesysteme umzubauen. Die Bundesregierung muss jetzt die Weichen für ein neues Strommarktdesign in Deutschland stellen. Die Zeit drängt", betonte Gaffal.

Das Monitoring zeigt, welche Lücken in der Stromerzeugung in Bayern in den kommenden Jahren entstehen und wie sie geschlossen werden sollen. Bis Ende 2017 ist die Versorgung gesichert und kann auch bis 2022 durch einen Kapazitätsmechanismus beziehungsweise die Verlängerung der Reservekraftwerksverordnung gut gesichert werden. "Wie es danach weitergeht, ist noch ungeklärt. Wir brauchen den Zubau von Kraftwerksleistung und Netzen, um die dann entstehende Versorgungslücke zu schließen. Die Lücke wächst bis 2023 auf bis zu 50 % der Jahreshöchstlast an."

Mit Blick auf die hohen Industrie-Strompreise in Deutschland forderte Gaffal: "Unsere Unternehmen sind auf wettbewerbsfähige Strompreise angewiesen. Eine schnelle Lösung, zum Beispiel durch eine Senkung der Stromsteuer, ist notwendig." Positiv bewertete Gaffal die EEG-Reform: "Damit kann es gelingen, den mit Milliardenbeträgen geförderten planlosen Ausbau erneuerbarer Energien zu bremsen.

Kritik an dem Monitoring kam von der Opposition im Landtag. Die Landtags-Grünen sehen in Energiemonitoring der VBW eine „plumpe Schützenhilfe der Wirtschaft für Seehofers Blockadepolitik“.
 
Viele Einschätzungen des beauftragten Prognos-Instituts kommen dem energiepolitischen Sprecher Martin Stümpfig „reichlich konstruiert“ vor. Großartig verwundert ist man bei den Landtags-Grünen allerdings nicht, dass VBW-Präsident Alfred Gaffal dem CSU-Vorsitzenden Seehofer einmal mehr zur Seite springt. „Während andere Wirtschaftsverbände sich um die Versorgungssicherheit in Bayern große Sorgen machen, betreibt der VBW Parteipolitik und nimmt Seehofers ‚Nein‘ zu mehr Windkraft, einem sinnvollen Netzausbau und dem Bau von Stromspeichern widerspruchslos hin“, ärgert sich Martin Stümpfig.

Das dritte Energiewende-Monitoring steht unter www.vbw-bayern.de zum Download zur Verfügung. (al)