Im Auftrag der hessischen kommunalen Unternehmen in Berlin: Wulf Abke (Geschäftsführer Hessenwasser GmbH & Co. KG), Julia Golla (VKU), Gert Vieweg (Geschäftsführer Energieversorgung Limburg GmbH), Birge Stephan (VKU), Ralf Schodlok (Vorstandsvorsitzender ESWE Versorgungs AG), Jürgen Schmidt (Geschäftsführer Überlandwerk Groß-Gerau GmbH), Martin Heindl (VKU), Rolf Gnadl (Vorstand Oberhessische Versorgungsbetriebe AG), Fabian Schmitz-Grethlein (VKU), Thomas Weber (Geschäftsführer EAM GmbH & Co. KG). Picasa

VKU Hessen mit Delegation in Ministerien

Schodlok: "Um die Energiewende in Hessen voranzubringen, ist der weitere Ausbau der Windenergie an Land von entscheidender Bedeutung."

Der Vorstand der hessischen Landesgruppe des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) war mit einer 12-köpfigen Delegation in Berlin, um Gespräche mit Vertretern des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und des Bundesumweltministeriums zu führen. Auf der Themenagenda standen unter anderem die Novelle der Anreizregulierung, die EEG-Reform und der Gesetzentwurf zur Digitalisierung der Energiewende.

Zur Novelle der Anreizregulierungsverordnung sagte der Landesgruppenvorsitzende Ralf Schodlok: "Wir brauchen einen modernen Regulierungsrahmen für die Verteilnetze. Dieser muss Anreize bieten, um effizient und wirtschaftlich vertretbar in die Modernisierung, den Neu- und Ausbau von Verteilnetzen zu investieren. Der aktuell vom Bundeswirtschaftsministerium vorgelegte Verordnungsentwurf erreicht dieses Ziel nicht und muss substanziell nachgebessert werden. Nur dann sind die kommunalen Netzbetreiber in der Lage, die Netzinfrastrukturen zu optimieren.

"Um die Energiewende in Hessen voranzubringen ist der weitere Ausbau der Windenergie an Land von entscheidender Bedeutung. Dem muss die EEG-Reform Rechnung tragen, so Schodlok. Künftig wird nur gefördert, wer sich erfolgreich an einer Ausschreibung beteiligt. "Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass genügend Förderberechtigungen ausgeschrieben werden, damit Windprojekte auch an mittel- und süddeutschen Standorten eine realistische Chance auf einen Zuschlag haben. Dazu braucht es eine jährliche Ausschreibungsmenge von 2000 Megawatt netto."

Im Gesetzentwurf zur Digitalisierung der Energiewende ist vorgesehen, dass die Verteilnetzbetreiber, anders als bisher, nicht mehr die Validierung der Daten übernehmen sollen. Damit läge die vollständige Bilanzierung der Daten aus den intelligenten Messsystemen bei den Übertragungsnetzbetreibern. Schodlok: "Das führt zu mehr Aufwand beim Datenclearing und zu zusätzlichen Kosten für die neu zu schaffenden IT-Strukturen bei den Übertragungsnetzbetreibern, was zu Lasten des Verbrauchers geht. Daten sind der Rohstoff der Zukunft - auch hessische kommunale Energieversorger sind als Akteure vor Ort nah am Kunden, genießen hohes Vertrauen und sind damit die richtigen Partner, um verantwortungsvoll mit den zukünftig hochaufgelösten Verbrauchsdaten der Kunden umzugehen. Dazu benötigen sie aber die gleiche Datenqualität wie die Übertragungsnetzbetreiber — Restriktionen beim Datenzugriff für die Verteilnetzbetreiber darf es hier nicht geben." (al)