Michael Ebling bleibt Oberbürgermeister von Mainz.
Bild: © Stadt Mainz

VKU-Präsident Ebling bleibt weiter Mainzer OB

Der bisherige Oberbürgermeister ist auch der neue Oberbürgermeister. Das Ergebnis fiel recht eindeutig aus. Ebling sorgt damit auch für Kontinuität beim VKU.

Michael Ebling (SPD) bleibt weiterhin Oberbürgermeister von Mainz. Für ihn beginnt damit die zweite Amtsperiode. Mehr als 160.000 Mainzer waren am Sonntag aufgerufen, in einer Stichwahl zwischen dem bisherigen Stadtoberhaupt und dem Herausforderer Nino Haase (parteilos) zu entscheiden. Ebling ist damit auch weiter Präsident des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU). Diese Kontinuität an der Spitze tut dem Verband gut, da die Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche die Organisation zum Jahresende verlässt und dann Vorsitzende der Geschäftsführung von Innogy Westenergie wird.

Die Stichwahl um den Chefsessel im Mainzer Rathaus war notwendig geworden, weil es bei den OB-Wahlen im Oktober keinen eindeutigen Sieger gegeben hatte. Keiner der ursprünglich fünf Bewerber schaffte es in der ersten Runde, die erforderliche absolute Mehrheit von mehr als 50 Prozent der Stimmen zu erreichen.

Ebling: Neue Anworten in veränderten Zeiten

Bei der Stichwahl am Sonntag setzte sich Ebling nun gegen Haase durch, der unter anderem von der CDU unterstützt wurde. Der 52-Jährige erhielt im entscheidenden zweiten Wahlgang nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis 55,2 Prozent der Stimmen, Haase kam entsprechend auf 44,8 Prozent.

Der alte und neue OB sprach von einem "klaren Votum für diese zweite Halbzeit". Es sei versucht worden, eine Wechselstimmung herbeizureden. Diese habe es aber erkennbar nicht gegeben, sagte Ebling der Deutschen Presse-Agentur. An die Adresse der Bürger, die ihm ihre Stimme nicht gaben, sagte er: "Es wird kein Weiter-So sein." In veränderten Zeiten seien neue Antworten erforderlich. Als prägende Fragen der nächsten Jahre nannte er eine aktive Klimaschutzpolitik, die Verkehrswende mit einer Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs, den sozialen Wohnungsbau "und natürlich insgesamt den sozialen Zusammenhalt dieser Stadt".

Haase gratuliert Ebling

Der unterlegene Herausforderer Haase zeigte sich am Wahlabend enttäuscht. Er könne die zahlreichen Stimmen für seine Kandidatur aber auch nicht als Niederlage werten. Haase gratulierte dem Wahlsieger Ebling ebenso wie die Mainzer CDU-Chefin Sabine Flegel.

Schon in der ersten Runde am 27. Oktober mit fünf OB-Kandidaten hatte Ebling mit 41,0 Prozent die meisten Stimmen erhalten. Der 36-jährige Haase war mit Unterstützung von CDU, Ökologisch-Demokratischer Partei (ÖDP) und Freien Wählern auf 32,4 Prozent gekommen.

Scherze nach der Anspannung

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner hatte sich mit 22,5 Prozent der Stimmen nicht für die Stichwahl qualifizieren können. Der Grünen-Kreisverband empfahl daraufhin, im zweiten Wahlgang für Ebling zu stimmen. In der Mainzer Neustadt, einer Hochburg der Grünen, erhielt Ebling mit 67,9 Prozent noch mehr Stimmen als in seinem Heimatstadtteil Mombach (63,5 Prozent).

Er werde sich bei den Grünen bedanken, aber trotzdem in Mombach wohnen bleiben, sagte Ebling in Feierlaune. Auch stehe er nicht als neuer Trainer von Mainz 05 zur Verfügung – der bisherige Mainzer Trainer Sandro Schwarz wurde nach zwei enttäuschenden Niederlagen in Folge am Tag der Stichwahl entlassen.

SPD stellt seit 70 Jahren den OB

Die Wahlbeteiligung am Sonntag war mit 40,2 Prozent etwas niedriger als beim ersten Durchgang, bei dem 43,3 Prozent der rund 162.000 Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben. Sie war aber höher als in der Stichwahl von 2012 (34,3 Prozent Wahlbeteiligung). Damals gewann Ebling mit einem Stimmenanteil von 58,2 Prozent gegen den grünen Herausforderer Günter Beck.

Die SPD stellt seit 70 Jahren den Oberbürgermeister der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt. Ebling ist seit 2012 OB von Mainz, seine zweite Amtszeit von acht Jahren beginnt im April 2020. (dpa/hp)