Im Rahmen von Warnstreiks legen Bus- und Bahnfahrer, die Müllabfuhr, sowie Erzieher am Donnerstag in Hannover ihren Dienst nieder.
© Julian Stratenschulte/dpa

Warnstreiks im öffentlichen Dienst: Hannover steht still

Am 15. März wird nicht nur der ÖPNV weitgehend bestreikt, sondern auch Erzieher und die Müllabfuhr legen die Arbeit im Rahmen des Verdi-Warnstreiks nieder.

Nachdem sich Arbeitgeber und Gewerkschaftsvertreter in der zweite Verhandlungsrunde am 12. und 13. März in Potsdam nicht über einen Tarifabschluss einig geworden sind, baut Verdi mit deutschlandweiten Warnstreiks weiter Druck auf die Arbeitgeber auf. So kündigten die hannoverschen Verkehrsbetriebe Üstra und der Zweckverband Abfallwirtschaft Aha bereits streikbedingte Ausfälle an.

Am Donnerstag, 15. März, stellt die Üstra ihren Bus und Bahnverkehr von frühmorgens- bis zum abendlichen Betriebsschluss im gesamten Netz ein. Nur die S-Bahnen und die Busse der Regiobus-Gesellschaft sind von den Warnstreiks nicht betroffen und fahren regulär. Auch die Müllabfuhr der Aha und die Straßenreinigung der Stadt legen ihren Dienst nieder. Bis auf einen Notdienst für Krankenhäuser und Altenheime steht die Abfallentsorgung still, denn auch Deponien und Wertstoffhöfe bleiben geschlossen.

Bundesweite Streiks erwartbar

Bereits am Mittwoch streiken die Bus- und Bahnfahrer der Stadtwerke Osnabrück (VOS). Dort fällt der komplette Schüler- und Berufsverkehr aus. Das Streckennetz wird zwar durch die Zusammenarbeit mit Subunternehmern weiter versorgt, aber es kommt zu deutlichen Verspätungen und Engpässen, teilten die Stadtwerke mit. Osnabrück und Hannover könnten nur der Auftakt einer ganzen Streikwelle bis zum nächsten Verhandlungstermin am 15. und 16. April sein. So befürchten die Stadtwerke Wuppertal zum Anfang nächster Woche Warnstreiks im ÖPNV, sowie in anderen Versorgungsbereichen. WSW-Arbeitsdirektor Markus Schlomski versicherte bereits die Planung eines Notdienstplans. Verdi verhandelt derzeit über das Einkommen von 2,3 Mio. Beschäftigten. Verhandlungsziel ist für Frank Bsirske, Verdi-Vorsitzender, eine Gehaltserhöhung von sechs Prozent, mindestens aber ein Plus von 200 Euro monatlich.

Thomas Böhle, Verhandlungsführer der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), geht von einer Einigung in der dritten Verhandlungsrunde Mitte April aus. Für Bsirske gibt es noch deutlichen Klärungsbedarf: Auch wenn die Gewerkschaften einigungsbereit seien, liege man derzeit noch weit auseinander. (ls)