Wechselquote stagniert inzwischen fast

Die Anzahl der Lieferantenwechsler bei Strom und Gas seit der Liberalisierung bewegt sich nur noch zäh. Das zeigen die kumulierten Wechselquoten des BDEW.

Die Wechselquoten des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft werden kumuliert dargestellt. Das heißt die Anzahl der Lieferantenwechsler seit der Liberalisierung – 1998 im Strommarkt, 2007 im Gasmarkt – werden aufaddiert. Erfasst werden Kunden, die ihren Energieversorger mindestens einmal seit der Liberalisierung gewechselt haben. Rück- oder Mehrfachwechsler gehen also nur einmal in die Erhebung ein. Außerdem kann es hier logischerweise nicht zu Minusquoten kommen.

Vergleicht man die Wechselquote jedoch mit den vergangenen Jahren, etwa als es 2007 auf 2008 den größten Sprung im Strommarkt mit 7,9 Prozentpunkten gab, fällt die diesjährige Wechselquote mit 1,5 Prozentpunkten mager aus – allerdings ist das nur ein vorläufiges Ergebnis vom Juli. Zum endgültigen Jahresvergleich muss der Oktober herangezogen werden. Von 2014 auf 2015 war die Zahl noch bei 3,4 Prozentpunkten. Insgesamt liegt die kumulierte Wechslerquote im Strommarkt im ersten Quartal diesen Jahres bei 41 Prozent, das entspricht 16,7 Mio. Haushalten, die seit 1998 ihren Stromversorger gewechselt haben.

Im Gasmarkt zeigt sich ein ähnliches Bild: Dort gab es von 2012 auf 2013 den größten Sprung mit 7,8 Prozentpunkten. Von 2014 auf 2015 waren es 3,3 Prozentpunkte. Im Vergleich zum Vorjahr lag der Unterschied bei lediglich einem Prozentpunkt – für einen kompletten Vergleich sind aber noch die Oktober-Daten nötig. Insgesamt beläuft sich die kumulierte Wechselquote im Gasbereich auf 31,9 Prozent für das erste Quartal diesen Jahres – das sind 3,2 Mio. Haushalte.

Die Quote wird mit einer repräsentativen telefonischen Haushaltskundenbefragung in Deutschland erhoben, die das Institut Prolytics für den BDEW durchführt. (sg)