Während die Bundesregierung erst kürzlich höhrere Ausbauziele für Nord- und Ostsee festgelegt hat, regt sich bei den Fischern der betroffenen Gewässer Widerstand.
Bild: © Trianel Windpark Borkum II

Fischer gegen Windkraftanlagen auf See

Der Offshore-Ausbau könnte den Fischfang erheblich beeinträchtigen, so die Befürchtung der Fischer aus den Nordsee-Anrainerstaaten.

Fischer aus mehreren europäischen Ländern haben sich gegen den weiteren Ausbau der Windenergie auf See ausgesprochen und einen vorläufigen Baustopp für Windräder gefordert. Die Fischer befürchten, dass Tausende von Windmühlen auf Dauer die Meeresumwelt und die Fischerei vernichten werden. Eine Kompensation durch die Einrichtung von Naturschutzgebieten zugunsten von Umweltorganisationen werde dass nicht verhindern, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Schreiben der Fischer an die Abgeordneten des europäischen Parlaments. 

Hinter der Initiative stehen die niederländische Aktionsgruppe EMK, der sich weitere Fischer aus insgesamt sieben Anrainer-Ländern der Nordsee und der angrenzenden Meere angeschlossen haben. Sie vertreten nach eigenen Angaben knapp 2000 Fischkutter. In den Briefen an alle Abgeordneten weisen die Fischer auf die enormen Geräusche hin, die beim Einbau der Windkraftanlagen entstehen und bei Fischen und Meeressäugern die Hörorgane schädigen. Die Unterseestromkabel störten die Wanderbewegungen von Fischen, Krebstieren und Schalentieren, die gegenüber elektromagnetischer Strahlung empfindlich sind.

Entgegen höherer Klima- und Ausbauziele

Die EU-Kommission hat die Klimaziele der EU gerade heraufgesetzt und damit auch einem weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie erneut Rückenwind gegeben. Um den angepeilten Pfad zu erreichen, müssten auf den Meeren mehrere Zehntausend Windräder errichtet werden. Die Fischer fordern dagegen ein Moratorium des Baus weiterer Windräder und Stromkabel im Meer und zusätzliche Untersuchungen zu den Auswirkungen auf die Natur. (dpa/lm)