Polen hat noch lange nicht vor, aus der Kohle auszusteigen. Gerade werden veraltete Kraftwerke modernisiert.
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Polen hält an der Kohle fest

Die nationalkonservative Regierung hält an der Kohleverstromung fest und das obwohl ein Teil der Kraftwerke marode ist. Eine Abkehr bis 2050 ist für sie nicht vorstellbar.

Für Polens Regierung ist eine Abkehr von der Stromerzeugung aus Kohle bis Mitte des Jahrhunderts nicht vorstellbar. Er könne sich nicht vorstellen, dass es bis 2050 keine aktiven Kohlekraftwerke mehr in Polen geben werde, sagte Energieminister Krzysztof Tchorzewski am Donnerstag (29. November) nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP. Der Minister nahm Bezug auf die langfristige Klimaschutzstrategie der EU-Kommission. Brüssel will die europäische Wirtschaft bis 2050 so umbauen, dass sie das Klima nicht mehr belastet. Zum sogenannten "klimaneutralen" Wandel soll auch die Abkehr von der Kohle zählen.

Polen, das rund 80 Prozent seines Stroms aus Kohle bezieht, gilt bisher als Klimasünder. Die Modernisierung veralteter Kraftwerke geht nur langsam voran. Nach Plänen von Polens nationalkonservativen Regierenden wird Kohle auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Bis 2030 sollen noch immer rund 60 Prozent der Energie aus Kohle stammen. Europäische Ziele beim CO2-Ausstoß will das Land den eigenen Angaben nach trotzdem erfüllen: Dazu schlägt das Energieministerium den Bau von Kernkraftwerken und die Nutzung von Solar- und Windenergie vor.

Polen blamiere sich als Gastgeber der UN-Klimakonferenz

Bei Umweltaktivisten stoßen Warschaus Energiepläne auf Kritik. Greenpeace-Klimaexperte Pawel Szypulski sagte, Polen kompromittiere sich in seiner Rolle als Gastgeber der UN-Klimakonferenz (3. bis 14. Dezember). Aus der Klimakrise resultierende Bedrohungen und Herausforderungen würden von den Regierenden ignoriert. Dabei sei die schnelle Abkehr von Kohle notwendig, um die drohende Klimakatastrophe aufzuhalten, sagte der Umwelt-Aktivist. (ls/dpa)