VKU fordert Dekarbonisierungs-Konzept

Kommunaler Klimaschutz brauche klare politische Rahmenbedingungen, so der VKU. Potenzial gebe es unter anderem noch bei der Fernwärme.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat am vergangenen Freitag seine Stellungnahme zum Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung abgegeben und dabei ein Konzept zur Dekarbonisierung der Energiewirtschaft gefordert. "Die Energiewirtschaft als größter Emittent ist sich ihrer Verantwortung für die Umsetzung der Klimaziele bewusst und hat die damit verbundenen Herausforderungen angenommen", machte VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche deutlich. Um das Energiesystem sukzessive und geordnet von fossilen Energieträgern auf erneuerbare umzubauen, brauche es jedoch verlässliche Rahmenbedingungen. Diese fehlten im Moment.

"Der Emissionshandel muss zwar das zentrale Instrument bleiben, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Bis er aber Investitionen in klimafreundliche Technologien auslöst, vergeht Zeit, die alle Wirtschaftsbereiche nutzen müssen. Die Bundesregierung sollte deshalb zeitnah mit allen betroffenen Akteuren zusammenkommen und ein Konzept für die Dekarbonisierung unserer Wirtschaft erarbeiten", so Reiche. Planungssicherheit sei eine grundlegende Voraussetzung für die dringend benötigten Investitionen.


Die kommunalen Unternehmen stellten sich als Ansprechpartner für diese Diskussion zur Verfügung. "Um die hochgesteckten Ziele zu erreichen, muss Klimaschutz ganzheitlich und sektorübergreifend gedacht werden", sagte Reiche. Kommunen seien dafür zentrale Akteure. Insbesondere im Bereich der Fernwärme gebe es aus Sicht des VKU noch Potenzial, das stärker genutzt werden solle. "Es gibt keine Energiewende ohne Wärmewende", so Reiche.

Einige Tage zuvor hatte der BDEW vom Bundesumweltministerium mehr Technologieoffenheit beim Klimaschutzplan gefordert. In der Präambel des Plans betone die Bundesregierung zwar die Prinzipien der Technologieneutralität und Innovationsoffenheit, so BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer. Der Text selbst sei allerdings nach wie vor von der Frage geprägt, ab wann man aus welcher Technologie aussteigen sollte. "Ein so dirigistischer Ansatz lähmt Innovationen", stellte Kapferer klar. Er kritisierte insbesondere, dass die wichtige Rolle von Erdgas für die rasche CO2-Reduktion vor allem im Wärmesektor nicht ausreichend anerkannt werde: "Der BDEW fordert eine Strategie, die Erdgas einen sehr substanziellen Beitrag zur schrittweisen Dekarbonisierung ermöglicht."

Die Vorgaben für den Wärmesektor gingen aus Sicht des BDEW viel zu einseitig von einer kurzfristigen Elektrifizierung des Gebäudesektors auf Basis erneuerbarer Energien aus. Dies sei für den Bestand nicht realistisch. Alternativen im Gebäudebereich würden nicht ausreichend berücksichtigt, so Kapferer. Erdgas und Energieeffizienz sollten als Geschäftsmodelle gestärkt und in die möglichen Pläne zur langfristigen Dekarbonisierung integriert werden. (hoe)