Rainer Baake, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Bild: BMWi

Baake: Keine staatlichen Eingriffe in Strommarkt

Preisobergrenzen und staatliche Eingriffe in den Strommarkt sind laut BMWi-Staatssekretär Baake kontraproduktiv. Europäische Integration als Ziel.

„Eine rein nationale Leistungsbilanzierung macht keinen Sinn, wir müssen europäisch denken“. Dies betonte Rainer Baake, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) bei der Vorstellung einer Studie des Weltenergierates zur europäischen Versorgungssicherheit in Berlin. Ziel müsse eine stromwirtschaftliche Zusammenarbeit aller 28 Mitgliedsstaaten sein, doch „leider sind wir hier noch nicht so weit“, so Baake. Als erster Schritt sei das BMWi dabei, die regionale Zusammenarbeit mit seinen unmittelbaren Nachbarstaaten sowie Norwegen und Schweden zur Umsetzung des EU-Binnenmarktes voranzutreiben. Der weitere Ausbau der Stromnetze habe dabei erste Priorität.

„Gemeinsam mit unseren Nachbarn wollen wir, dass die Preise Knappheitssignale aussenden können“, unterstrich Baake. Die Festsetzung von Preisobergrenzen und staatliche Eingriffe in den Strommarkt seien hierbei kontraproduktiv. Dieser Ansatz finde sich auch im Weißbuch zum Strommarkt 2.0, das noch diese Woche vorgestellt werden soll. Ausgebaut werden müsse jedoch die Integration der erneuerbaren Energien. „Alle erneuerbaren Energien müssen künftig in den Bilanzkreis einfließen“, unterstrich Baake.

„Unsere Untersuchungen zeigen, dass sich ein erheblicher Nutzen durch vertiefte energiewirtschaftliche Integration ergibt“, unterstrich Leonhard Birnbaum, Vorsitzender der Europagruppe des Weltenergierates, einer Interessenvereinigung der Energiewirtschaft. Unter der Voraussetzung eines Stromnetzes, das nicht mehr durch die jetzigen Netzengpässe eingeschränkt wäre, könnten in den sieben Ländern des Pentalateralen Forums (DE, BE, NL, LU, FR, AT, CH) im Jahr 2030 zwischen 2 und 15 GW Leistung weniger vorgehalten werden, im wahrscheinlichsten Fall zwischen 8 und 10 GW. Im gesamten Untersuchungsraum von 15 Ländern Europas wären es sogar zwischen 15 und 50 GW Leistung, im wahrscheinlichsten Fall zwischen 27 und 34 GW. Hierzu müssten der in Europa nicht immer gleichzeitige Verbrauch und die durch das Wetter variierende Einspeisung durch erneuerbare Energien besser ausgenutzt werden. Dies ergab eine aktuelle Prognos Studie, die im Auftrag des Weltenergierates durchgeführt wurde. „Nun muss es darum gehen neben einem weiteren Netzausbau, einen gemeinsamen Ansatz für eine europäische Leistungsbilanzierung zu entwickeln“, betonte Birnbaum. Man begrüße deshalb entsprechende Überlegungen und Aktivitäten des BMWi. (hcn)