Hochwasser naht US-Kernkraftwerk

Der Sturm "Sandy" hat heute früh in einem New Yorker Umspannwerk eine Explosion ausgelöst. 250 000 Einwohner wurden vom Netz getrennt.

Berichte über Verletzte oder gar Tote bestätigte der Stromversorger Con Ed zunächst nicht. Mittlerweile haben laut sueddeutsche.de 8 Millionen US-Amerikaner keinen Strom mehr.

Im Norden des US-Bundesstaates New Jersey gab es einen Dammbruch. Die Wassermassen bedrohen nahe gelegene Städte und könnten die Kühlwasserversorgung von Kernkraftwerken in Gefahr bringen: Der Meiler Oyster Creek, eines der ältesten Kernkraftwerke der USA, war bereits vor der Ankunft von „Sandy“ wegen Wartungsarbeiten vom Netz genommen worden. Nach Angaben der Atomregulierungsbehörde (NRC) wurde gegen 19 Uhr Ortszeit ein „ungewöhnliches Ereignis“ ausgerufen, als das Wasser eine bestimmte Höhe erreichte. Später stufte man die Gefahrenlage auf die zweite von vier Stufen hoch. Die Wassermassen sollten jedoch innerhalb der kommenden Stunden zurückgehen.

Oyster Creek war 1969 ans Netz gegangen und liefert 9 % des in New Jersey verbrauchten Stroms. 2019 soll die Anlage geschlossen werden. Sie ist nach Angaben der NRC wasserdicht und in der Lage, Hurrikanen standzuhalten.

Im Kernkraftwerk Indian Point rund 70 Kilometer nördlich von New York wurde ein Reaktor wegen externer Probleme des Stromnetzes abgeschaltet, wie die Betreiberfirma Entergy mitteilte. Für Beschäftigte oder die Öffentlichkeit bestehe keine Gefahr. Ein weiterer Reaktor des Kraftwerks arbeite mit voller Leistung. Nach offiziellen Angaben sind alle US-Atomkraftwerke weiterhin in einem sicheren Zustand. (sg)