Ökostromkosten in Österreich sinken

Österreichische Haushalte zahlen im kommenden Jahr 20 Prozent weniger für die Förderung von Ökostrom. Das liegt vor allem an der Windenergie.

Am Freitag hat das österreichische Wirtschaftsministerium die Ökostromförderbeitragsverordnung sowie die Einspeisetarif-Verordnung für Strom aus Erneuerbaren erlassen. Für Haushalte bedeutet das im kommenden Jahr 20 Prozent weniger Ausgaben für ihren Strom.

Grund seien geringere Kosten für Ausgleichsenergie, schreiben die "Salzburger Nachrichten". Sinken würden diese, weil sich die Prognosequalität für Windenergie verbessert habe. Zudem fallen Anlagen nach 13 Jahren aus dem Förderregime. Gleichzeitig wurden weniger Windkraftanlagen hinzugebaut

Laut der IG Windkraft werden daher inzwischen 111 Windräder in Österreich weniger gefördert. Für 2017 geht das Bundeswirtschaftsministerium von einer Einspeisemenge von 9,83 Terawattstunden aus, dieses Jahr waren es 10,21 TWh für Erneuerbare.

Im Nachbarland setzt sich die Förderung aus der Ökostrompauschale und dem verbrauchsabhängigen Ökostromförderbeitrag zusammen. Die Pauschale bleibt unverändert; sie beträgt für einen durchschnittlichen Haushalt rund 33 Euro. Der Förderbeitrag wird jährlich per Verordnung auf Grundlage mehrerer Expertengutachten bestimmt.

Die Einspeisetarife für Photovoltaik (PV) hat das Wirtschaftsministerium laut dem Blatt auf 7,91 Cent/kWh für nächstes Jahr festgelegt; das ist ein Abschlag von vier Prozent. Als Investitionszuschuss für die Errichtung einer Anlage werden weiterhin zusätzlich 40 Prozent der Errichtungskosten – höchstens aber 375 Euro pro kWpeak – bezahlt. Für Strom aus Wind, Biomasse und Kleinwasserkraft hat man in Österreich die Einspeisetarife schon Ende 2015 für die folgenden Jahre bis 2018 verordnet.

IG Windkraft  – österreichische Interessensvereinigung der Windenergiebetreiber, -hersteller und -förderer – kritisiert die derzeitige Lage: "Ein Jahr nach dem Pariser Klimaabkommen stiehlt sich Österreich langsam aus der Förderung der Ökostromanlagen", moniert Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft. Er fordert eine "kleine Ökostromnovelle", die den sinkenden Ausbau der Erneuerbaren wieder in Gang bringen soll.

Seiner Meinung habe man mit "falschen Zahlen" Politik gemacht, um eine solche Novelle zu verhindern. Die steigenden künftigen Ökostromkosten gab es ihm zufolge nie und wird es "auch nächstes Jahr nicht geben". Selbst wenn die Forderungen aller erneuerbaren Verbände in einer kleinen Ökostromnovelle umgesetzt würden, wären die Kosten immer noch unter dem Niveau von 2016, so Moidl. (sg)