Energieverbrauch im ersten Halbjahr stabil

Deutschland hat im ersten Halbjahr praktisch so viel Primärenergie verbraucht wie in den ersten sechs Monaten 2011.

Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (Ageb) errechnete gestern vorläufig 6903 Petajoule (1,9 Bio. kWh) für Stromerzeugung, Heizung und Verkehr. Das waren nur 9 PJ oder 2,5 Mrd. kWh mehr als im ersten Halbjahr 2011. Verbrauchserhöhend waren ihr zufolge das kühlere Wetter, das leichte Wirtschaftswachstum und der Schalttag. Der 29. Februar 2012 machte knapp 11 Mrd. kWh aus. Den Energieverbrauch dämpften höhere Effizienz sowie statistisch der Ausstieg aus der Kernenergie (Abschaltung von acht Kernkraftwerken im März 2011 nach der Fukushima-Katastrophe). Die Atomkraft verringerte denn auch ihren Beitrag gegenüber dem ersten Halbjahr 2011 um 18% auf 145 Mrd. kWh.

 

Erdgas: Der Primärenergieträger profitierte von der Kälte, vor allem im Februar und im April. Der Verbrauch stieg um 0,4 % auf 447 Mrd. kWh. Heizgas überkompensierte dabei den Verbrauchsrückgang in Kraftwerken.

 

Kohle: Braun- und Steinkohle gehörten zu den Gewinnern: Weil zwei Braunkohlekraftwerke in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in Betrieb gingen, erhöhte sich der Verbrauch um knapp 7 % auf 227 Mrd. kWh. Die Ageb erwartet fürs zweite Halbjahr ein Sinken, da mehrere Altanlagen vom Netz gehen sollen. Steinkohle legte durch stärkere Kraftwerksauslastung um 3 % auf 239 Mrd. kWh zu.

 

Erneuerbare: Die erneuerbaren Primärenergieträger inkl. Biokraftstoffe hatten insgesamt einen Zuwachs von 9 % auf 221 Mrd. kWh oder auf einen Beitrag zum Primärenergieverbrauch von 14 %. Im ersten Halbjahr 2011 waren es noch knapp 11 % gewesen. Den höchsten Zuwachs hatte die Photovoltaik mit +47 %, gefolgt von der Wasserkraft (ohne Pumpspeicher) mit +25 % sowie der Windkraft (+19 %). Biokraftstoffe wurden um 9 % weniger verbraucht.

 

Öl: Der Mineralölverbrauch gab im Promillebereich auf 616 Mrd. kWh oder 32 % des Primärenergieverbrauchs nach. Die Heizölkunden – für die Ageb-Statistik ist der Kaufzeitpunkt entscheidend – gaben ihre Kaufzurückhaltung wegen der Kälte und der Sorge vor noch höheren Preisen auf: Die Nachfrage nach leichtem und schwerem Heizöl stieg um fast 12 %. Auch Diesel legte zu, während Benzin und Flugbenzin nachgaben. (geo)