BP: "Nabucco ist vom Tisch"

Das Gaspipeline-Projekt Nabucco hat laut BP keine Chance mehr, in seiner ursprünglichen Form realisiert zu werden.

„Wir haben das Angebot abgelehnt. Die Version der klassischen Nabucco-Pipeline ist vom Tisch“, sagte der verantwortliche BP-Vorstand Iain Conn auf einer Energiekonferenz am Donnerstag in Berlin, berichtet die Süddeutsche Zeitung.BP leitet ein Konsortium, das in den nächsten Jahren die Erschließung des Erdgas-Feldes Shah-Deniz in Aserbaidschan vorantreibt. Ab 2017 soll Gas aus diesem riesigen Gasfeld geliefert werden. Unklar war bisher, an wen das Gas verkauft wird. Den Angaben von BP zufolge werde aber eine kleinere Pipeline-Lösung nach Europa (10 Mrd. m3 Erdgas pro Jahr) verfolgt, so die SZ. Nabucco hätte 30 Mrd. m³ Erdgas transportiert.

 

Die EU war von diesem Schritt offensichtlich überrascht: Michael Köhler, Kabinettschef von EU-Energiekommissar Günther Oettinger, betonte am Donnerstag, Brüssel favorisiere nach wie vor die große Lösung Nabucco, so die SZ. Vor Tagen war bereits bekannt geworden, dass RWE, großer Akteur beim Nabucco-Projekt, sich wegen der stark gestiegenen Kosten mit einem Ausstieg vertraut macht. (al)