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Einheitlichen Energiemarkt in Europa ermöglichen

Das Bekenntnis zu einer engeren europäischen Zusammenarbeit steht im Mittelpunkt des Berlin Energy Transition Dialogue.

900 Teilnehmer aus 60 Ländern, darunter Dutzende Minister, diskutieren derzeit im Auswärtigen Amt in Berlin über die Energiewende und wie diese in Europa und weltweit noch besser umgesetzt werden kann. Deutlich wurde, wie wichtig hierbei die internationale und europäische Zusammenarbeit ist. „Die Energieversorgung in Europa ist ein Gemeinschaftsprojekt“, betonte Bundesaußenminister Franz-Walter Steinmeier. Die derzeitigen Krisen zeigten, dass sich Europa unabhängiger von Rohstoffimporten machen müsse.

Ein wichtiger Hebel dafür sei die dezentrale Energieversorgung. „Wir brauchen eine stärkere europäische Energiepolitik“, unterstrich auch Hermann Albers, Vizepräsident des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE). Der norwegische Außenminister Berge Brende kündigte an, die Lieferung von Strom aus Wasserkraft sowie Gas in andere europäische Länder weiter auszubauen. „Wir müssen unsere Importabhängigkeit von Russland weiter abbauen“, sagte der dänische Außenminister Martin Lidegaard. Deshalb gelte es vor allem den europäischen Markt für erneuerbare Energien noch besser zu integrieren und zu flexibilisieren. Ein wichtiger Faktor hierfür seien liquide Märkte und möglichst einheitliche Preiszonen „Wir sind dabei, die Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn auszubauen, dafür müssen wir jedoch auch unsere eigenen Hausaufgaben erledigen“, sagte Thorsten Herdan, Abteilungsleiter „Energiepolitik: Wärme und Effizienz“ im Bundeswirtschaftsministerium.

Der tschechische Minister für Industrie und Handel, Jan Mladek verwies hierbei auf die Probleme für das tschechische Stromnetz durch die Durchleitung von Windstrom aus Deutschland. Einig waren sich die Teilnehmer bei ihrer Forderung einer Reform des europäischen Emmissionshandels sowie für eine stärkere Nutzung von Flexibilitätsoptionen, Boris Schucht, CEO von 50Hertz plädierte dafür, einen Leistungsmarkt für Photovoltaikanlagen zu schaffen, hierfür müsse eine Plattform aufgebaut werden. Der Berlin Energy Transition Dialogue läuft noch bis heute Nachmittag. (hcn)