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EU-Ranking: Deutschlands Klimaplan wird Schlusslicht

Hat Merkel erst jüngst die Klimaziele bis 2050 bekräftigt, sprechen die Maßnahmen des deutschen Klimaplans eine andere Sprache. Die Bundesrepublik landet im EU-weiten Vergleich auf dem vorletzten Platz.

Die European Climate Foundation hat die Klimapläne (NECP) aller EU-Mitgliedsstaaten auf ihre Wirksamkeit zur Treibhausgasreduzierung verglichen. Die Ergebnisse sind schockierend. Keines der Länder kommt überhaupt in den "grün" festgelegten Bereich der Umweltorganisation.

Konkret heißt das: Niemand hat es geschafft, seine Ziele zur Emissionseinsparung, Energieeffizienz und Versorgungssicherheit zu über 60 Prozent zu erfüllen. Selbst die Spanier, die sich als Spitzenreiter herauskristallisiert haben, kommen nur auf einen Wert von gut 52 Prozent. Frankreich, Griechenland und Schweden machen den Rest der Top-Platzierungen unter sich aus. Zwischen knapp 47 und 43 Prozent sind sie ihren Klimazielen näher gekommen.

Stakeholder mehr beteiligen

Für die Stiftung mit Sitz in Den Haag ist das Ergebnis alarmierend: "Die Pläne verfolgen inadäquate Ziele und ineffiziente Maßnahmen sowohl in der Finanzierung und Politik", heißt es in der Einleitung des Vergleichspapers. Die Pläne müssten dringend verbessert werden, dazu sollten sich die Regierungen nationale Stakeholder ins Boot holen, um von deren Expertise zu profitieren. Besonders wenig mit Ruhm bekleckert hat sich Deutschland im Ranking.

Die Bundesrepublik landet gemeinsam mit der Slowakei auf dem vorletzten Platz. Von möglichen 100 Prozent erfüllte die Bundesrepublik lediglich 12,5 Prozent. Ein noch schlechteres Ergebnis legte nur Slowenien hin (3,2 Prozent).

Wie geht es künftig weiter?

In Anbetracht der Ausführungen von Angela Merkel (CDU) auf dem Petersberger Klimadialog zum Wochenbeginn ein vernichtendes Ergebnis. Immerhin signalisierte die Bundeskanzlerin, sich der Initiative von Emmanuel Macron anschließen und bis 2050 für Klimaneutralität sorgen zu wollen. (ls)