Gazprom droht mit Lieferschwierigkeiten

Zur Schlichtung des Gasstreits kommt es am Freitag in Warschau zum Gipfeltreffen.

Im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine kommt es wegen der Gaslieferungen zu einem von EU-Kommissar Günther Oettinger initiierten Gipfeltreffen. Es findet am Freitag (2. Mai 14) in Warschau statt, berichtet das "Handelsblatt". Beteiligt sind Oettinger, die Energieminister Russlands und der Ukraine, Alexander Nowak und Jurij Prodan sowie Gazprom-Chef Alexej Miller.

Wegen der Gaslieferungen wurden auch keine Sanktionen seitens der EU gegen Gazprom-Chef Miller verhängt, erklärt das Handelsblatt. Hauptthema sind die von Gazprom erhöhten Gaspreise. Bislang hat die Ukraine etwa 2,2 Mrd. $ Schulden beim Gas-Konzern. Gazprom verlange jetzt aber weitere 10 Mrd. $ wegen nicht abgenommener Kontingente. Zudem habe Gazprom den bislang geltenden Preis von 268 $ je 1000 m3 Anfang April drastisch nach oben auf 485 $ je 1000 m3 korrigiert. Bislang erhielt die Ukraine den Vorzugspreis, da Russland den Hafen in Sewastopol für die Schwarzmeerflotte nutzen durfte. Nach der Annektierung der Krim fällt dieser Sonderstatus weg und der staatliche Gaskonzern erhöhte die Preise.

Gazprom hat nun seinerseits gewarnt vor Störungen der Gaslieferungen nach Europa. Dies teilte der russische Gasproduzent am Dienstag mit, berichten mehrere Medien unisono. Die Ukraine ist ein wichtiges Transitland für Gaslieferungen nach Europa. Da die Ukraine bei Gazprom hohe Schulden angehäuft hat, drohte Gazprom, den Hahn zuzudrehen. Dann könnte es aber zu dem Fall kommen, dass die Ukraine sich des für Mitteleuropa bestimmten Erdgases bediene. Damit reduzierten sich die Kontingente für Mitteleuropa.

Die Ukraine will ihre Gasschulden schnell begleichen. Aber nur unter der Bedingung, dass der bisherige Vorzugspreis von 268 $ je 1000 m3 gelte, berichtet "Spiegel Online". Sollte es binnen 30 Tagen keine Vereinbarung darüber geben, will das Land den russischen Gaskonzern vor dem Stockholmer Schiedsgerichtshof verklagen.

Gazprom selbst fürchtet um seine Ertragskraft, sollten weitere Sanktionen gegen Russland ausgesprochen werden. (al)