"Kommunen, verkauft eure RWE-Anteile!"

Klimaschützer rufen Kommunen auf, ihre Anteile an Europas größten CO2-Emittenten zu veräußern. Aktivisten stürmen die Bühne auf der RWE-Hauptversammlung.

Aktivisten der beiden Umweltschutzorganisationen Fossil Free und Greenpeace demonstrieren heute vor der Grugahalle in Essen. Dort wird die RWE-Hauptversammlung stattfinden. "Unsere Städte brauchen Geld für Schulen, für besseren öffentlichen Nahverkehr und den Strukturwandel für die Zeit nach der Kohle. Es darf nicht sein, dass RWE mit seinem veralteten Geschäftsmodell das Klima zerstört und auch noch den öffentlichen Haushalt belastet", erklärte Björn Ahaus von Greenpeace.

"Der Verkauf ist für die kommunalen RWE-Aktionäre ökologisch notwendig und ökonomisch sinnvoll", sagt Tine Langkamp von Fossil Free. Der "sture Kohlekurs" von RWE wird den Kommunen ihr zufolge weitere Verluste einbringen. "Nach dem finanziellen Fiasko müssen sie jetzt zumindest den moralischen Bankrott verhindern und ihre Aktien verkaufen, so Langkamp und verweist auf Düsseldorf: Die Stadt hatte vor zehn Jahren ihre Anteile verkauft und sei so schuldenfrei geworden.

Beide Umweltschutzorganisationen fordern die Kommunen in NRW auf, sich der weltweiten Divestment-Bewegung anzuschließen. Dazu gehören Unternehmen und Institutionen wie die Allianz Versicherungsgruppe, die Rockefeller Foundation oder die norwegischen Pensionsfonds. Diese ziehen zum Schutz des Klimas Investitionen aus Unternehmen ab, die Geschäfte mit Kohle, Öl und Gas machen.

Derweil soll es bei der Hauptversammlung des Essener Energiekonzerns zu Tumulten gekommen sein: Protestler stürmten die Bühne und störten damit die Rede von Peter Terium, dem RWE-Chef. Zuvor hatten die Aktivistler "eure Zeit ist abgelaufen", skandiert. Sie wurden schließlich abgeführt, berichten mehrere Twitter-Posts live von der Veranstaltung. (sg)


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