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Neue Finanzierungskonzepte für intelligente Verteilnetze

EU-Kommission und Solarbranche plädieren für eine verbesserte Finanzierung intelligenter Verteilnetze. Brüssel entwickelt derzeit Vorschläge.

"Eine verbesserte Finanzierung intelligenter Verteilnetze ist dringend notwendig", so Megan Richards, Director of Energy Policy bei der EU-Generaldirektion Energie. Unterstützt wird diese Position von der europäischen Branchenvereinigung Solarpower Europe. "Wir brauchen eine entsprechende Reform der Anreize für Netzbetreiber", sagt deren Politikdirektorin Aurélie Beauvais. Die Kommission sei dabei, hierzu entsprechende Vorschläge zu entwickeln, kündigte Richards nun beim Solarpower Summit in Brüssel an. Als eine Möglichkeit sieht sie auch die Mobilisierung von Venture Capital, vor allem dann, wenn Smart Grids mit Blockchain-Lösungen kombiniert werden. "Blockchain zieht derzeit sehr viel Venture Capital an, wir sehen hier in ganz Europa ein starkes Wachstum", so Gregor Novak, CEO des Plattformbetreibers Sun Contract aus Slowenien.

Besser über Energiemanagement als über Kontrolle reden

In der Kombination von Blockchain mit intelligenten Netzen, Smart-Home-Anwendungen und Photovoltaik liege ein riesiges Potenzial, sagte auch Mathilde Lallemand, Beraterin bei beim europäischen Verband der Übertragungsnetzbetreiber Entsoe. Eine wichtige Voraussetzung sei jedoch, dass auch die Niederspannungsnetze digital aufgerüstet und "sichtbarer" würden. Eine verstärkte Kooperation der Verteilnetz- und Übertragungsnetzbetreiber sei hierfür unumgänglich. Zudem müssten mehr steuernde Eingriffe zugelassen werden und man brauche mehr Kontrollsysteme.

"Wir sollten besser über Energiemanagement und Sharingmodelle reden, nicht über Kontrolle", rät Steve Blume, Präsident des australischen Smart Energy Council. Denn dies rufe auch bei den Konsumenten Widerstände hervor. "Gerade die Blockchain-Technologie bietet gute Möglichkeiten, die Verbraucher verstärkt einzubeziehen und Geschäftsmodelle rund um die Digitalisierung zu entwickeln, die ihnen einen direkten Nutzen bringen", sagte Novak.

"Go Digital"-Erklärung überreicht

Doch müsse es gleichzeitig darum gehen den Schutz personenbezogener Daten, die IT-Sicherheit und eine faire Inwertsetzung von Daten zu gewährleisten, so Richards. Wie dieses "magische Dreieck" allerdings praktisch erreicht werden kann, blieb bei der Diskussion auf der Konferenz der Vereinigung Solarpower Europe offen. Doch wie stark die Unterstützung und der Ruf der Solarbranche nach einer verstärkten Digitalisierung der Energiewende ist zeigte eine Erklärung "Go Digital", die von 50 führenden Firmen und Vereinigungen unterzeichnet wurde. Auf dem Brüsseler Treffen wurde sie nun offiziell an die EU-Direktorin Richards überreicht. Als ein zentraler Nutzen wird die verbesserte Integration erneuerbarer Energien in die bestehenden Netze hervorgehoben. (hcn)