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Produktion in Groningen wird heruntergefahren

Die niederländische Regierung will bis 2030 die Gasproduktion im Feld Groningen schließen. Zudem sind zahlreiche Maßnahmen beschlossen worden, um die Nachfrage zu drosseln, unter anderem der Bau einer Stickstoffanlage.

Aufgrund der Erdbeben in der Region Groningen hat nun die niederländische Regierung eine Art Exit-Plan aus der Gasproduktion des größten L-Gas-Feldes Europas, Groningen, beschlossen. Am Donnerstag vermeldete das Wirtschaftsministerium, dass die Gasgewinnung im Feld bis spätestens 2030 enden wird.

Bis Oktober 2022, am besten schon früher, soll die Produktionsrate des Feldes unter zwölf Mrd. Kubikmeter (cbm) fallen. Je nachdem wie die angedachten Maßnahmen greifen, könne die Produktion zu diesem Zeitpunkt auch nur noch 7,5 Mrd. cbm betragen, erklärte das Wirtschaftsministerium. Geplant ist auf jeden Fall der Bau einer Stickstoffanlage in Zuidbroek, die bis 2022 in Betrieb gehen soll. Die Kosten liegen bei rund 500 Mio. Euro. Sie wird durch Beimischung von Stickstoff H-Gas in L-Gas umwandeln. Mit dieser Investition sollen allein rund sieben Mrd. cbm an L-Gas vom Groningenfeld eingespart werden, erklärte das Ministerium.

Industrie muss umsatteln

Zudem sollen bis 2022 rund 170 niederländische Industriebetriebe, die derzeit noch L-Gas nutzen, auf H-Gas oder einen anderen Energieträger umgestellt haben. Sie verbrauchten derzeit rund 4,4 Mrd. cbm. Das Ministerium ist bereits mit allen Unternehmen in Kontakt und bespricht die Pläne.

Der Export von L-Gas in die Länder Deutschland, Belgien und Frankreich werde in den kommenden Jahren um etwa zwei Mrd. cbm fallen, erklärte das Ministerium. Eine Beschleunigung der L-H-Gas-Umstellung in den Ländern sei aber nicht möglich. Auch die niederländischen Haushalte müssten ihren Beitrag leisten. So ist angedacht, den Haushalten Anreize zu bieten aus der traditionellen Gas-Zentralheitung auszusteigen beziehungsweise einen Wechsel von Gaskochherden auf Elektrokochherde voranzutreiben. (al)