Die russische „Akademik Lomonossow“ machte sich am Samstag auf ihren Weg in die Artiks. Im Sommer nächsten Jahres wird sie vermutlich ihren Zielhafen in Sibirien erreichen.
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Schwimmendes Atomkraftwerk sticht in See

Für Russland sichert die „Akademik Lomonossow“ die Versorgung von Außenposten in der Arktis – für Umweltschützer ist das schwimmende AKW ein „Tschernobyl auf Eis“.

Wenige Tage nach dem Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe ließ Russland am Samstag ein schwimmendes Atomkraftwerk vom Stapel. Die „Akademik Lomonossow“ macht sich nun von St. Petersburg auf den Weg über die Ostsee und das Nordmeer in den russischen Marinehafen Murmansk. Hinter dem AKW auf hoher See steckt die Versorgung von Militärstationen in Sibirien.

Im Sommer nächsten Jahres soll das Riesenschiff im sibirischen Zielhafen Pewek einlaufen und  anschließend die russischen Außenstationen im arktischen Meer mit Strom und Wärme versorgen. Außerdem soll das Ungetüm Meerwasser entsalzen und so die Trinkwasserversorgung vor Ort gewährleisten. Insgesamt 200 000 Menschen könnte das mobile AKW mit Strom versorgen.

Militärstationen sollen Öl- und Gasvorkommnisse am Nordpol sichern

Umweltschützer kritisieren das Projekt als riskant. Mit Blick auf die Atomkatastrophe von Tschernobyl 1986 warnte die Organisation Greenpeace kürzlich, es drohe die Gefahr eines „Tschernobyl auf Eis“.

Mit den Außenposten stärkt Russland seine militärische Präsenz im Nordmeer, um sich die vermuteten Öl- und Gasvorkommnisse zu sichern. Zudem werden durch die Klimaerwärmung auch immer mehr Schifffahrtsrouten im Eismeer frei. Auch die USA und andere Anrainerstaaten haben bereits Interesse an der Artiks bekundet. (dpa/ls)