Weltweit steigt der Anbau von erneuerbaren Energien. Gerade die Photvoltaik erlebt große Zuwachsraten.
Bild: © Franziska Krause/AdobeStock

Solarboom in China – Deutschland fällt zurück

Der Solarboom in China treibt die erneuerbaren Energien an. In Deutschland sind die Investitionen in Ökostrom dagegen gesunken. Das liegt laut einer neuen Studie zumindest teilweise an der Politik.

China wird immer mehr zum Vorreiter beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Im vergangenen Jahr entfielen rund 45 Prozent der globalen Investitionen in Ökostrom auf das bevölkerungsreichste Land der Welt. Insgesamt wurden weltweit rund 280 Mrd. Dollar (228 Mrd. Euro) in die Stromerzeugung aus Wind- und Solaranlagen investiert, 2 Prozent mehr als 2016. Der Anteil der Erneuerbaren am weltweiten Energiemix stieg von 11 auf 12,1 Prozent, wie aus einer neuen internationalen Studie hervorgeht.

Während die Ausgaben demnach in China um 31 Prozent auf knapp 127 Mrd. Dollar (104 Mrd. Euro) stiegen, sanken sie in anderen Weltregionen teilweise deutlich. In Europa gab es einen Rückgang von 36 Prozent auf knapp 41 Mrd. Dollar (33 Mrd. Euro). In Deutschland wurden mit 10,4 Mrd. Dollar (8,5 Mrd. Euro) 35 Prozent weniger investiert als 2016, wie es in der am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), der Frankfurt School sowie Bloomberg New Energie Finance heißt. Der Rückgang in Deutschland sei zumindest teilweise eine Folge der umgestellten staatlichen Förderung.

"Der Strukturwandel ist weltweit in Fahrt"

«Auch wenn der Motor bei den Erneuerbaren in Deutschland und Europa etwas stottert: Der Strukturwandel ist weltweit in Fahrt», sagte Prof. Ulf Moslener, einer der Herausgeber der Studie. Das gilt der Untersuchung zufolge vor allem für die Solarenergie, die in China einen Investitionsboom erlebte. Mit 53 GW wurden dort 2017 mehr Solarkapazitäten in Betrieb genommen als im gesamten Rest der Welt.

Rund um den Globus wurden knapp 161 Mrd. Dollar (131 Mrd. Euro) für neue Solarkraftwerke ausgegeben. Das sei deutlich mehr als die schätzungsweise 103 Mrd. Dollar (84 Mrd. Euro), die 2017 in Kohle-, Gas- und Kernenergiekapazitäten investiert wurden.

Trotz der positiven Entwicklung sei der Weg in eine klimaneutrale Wirtschaft noch weit, betonen die Autoren der Studie. Mit dem pro Jahr aus erneuerbaren Energieträgern erzeugten Strom würden etwa 1,8 Gigatonnen Kohlendioxid vermieden - das entspreche ungefähr den gesamten Emissionen des Transportsystems in den USA. (al/dpa)