Umweltbundesamt bestätigt CO2-Trend der AGEB

Die Treibhausgas-Emissionen von Deutschland sind 2014 erstmals seit 2010 wieder zurückgegangen – sagt auch das Umweltbundesamt.

Keine Meldung ist so alt, als dass sie nicht nochmal als neu verkauft werden könnte: Die Deutsche Presse-Agentur (DPA) berichtet "vorab" aus der Nahzeitprognose des Umweltbundesamtes (UBA), wonach Deutschland im vergangenen Jahr eine Trendwende im Klimaschutz geschafft habe. Nach drei aufeinanderfolgenden Jahren mit steigenden Treibhausgas-Emissionen habe Deutschland 2014 "nur" 912 Mio. t CO2-Äquivalente ausgestoßen, gut 41 Mio t weniger als 2013.

Indes, die Trend-Feststellung ist nicht neu: Bezogen auf die Energiewirtschaft allein, hatte die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) bereits am 10. März einen CO2-Rückgang "um reichlich 5 Prozent" festgestellt und diesen Trend schon im Oktober 2014 vorhergesagt – für den Fall, dass nicht noch eine Kältewelle komme. Und diese blieb bekanntlich aus.

Der Neuigkeitswert der UBA-Meldung, die es nun offiziell gibt, besteht vielmehr darin, dass die Behörde mehr emittierende Sektoren einbezieht, auch die Landwirtschaft sowie Industriebetriebe, die andere Treibhausgase als CO2 ausstoßen. Diese werden dann je nach ihrer Treibhauswirkung in CO2-Äquivalente umgerechnet. Demnach sanken die Emissionen insgesamt zum 4,3 % (oder gegenüber 1990 um 27 %), in der Energiewirtschaft um knapp 6 % (allgemeine Strom- und Wärmeversorgung), in der Steinkohleverbrennung um 8,2 % und bei Erdgas um 12,9 %. Von Braunkohleverfeuerung ausgehende Emissionen gingen dagegen "unterproportional" um 2,2 % zurück. Die Erneuerbaren hatten am Bruttostromverbrauch 27,8 % Anteil, 2,4 %-Punkte mehr als 2013.

Dagegen stieg der Ausstoß in der Landwirtschaft (mehr Kunstdünger, der das Treibhausgas Lachgas (N2O) freisetzt) und im Verkehr (+3 %).

UBA-Präsidentin Maria Krautzberger zieht aus dem Befund sogleich die politischen Konsequenzen: "Die …nach wie vor hohen Emissionen vor allem aus der Braunkohleverstromung zeigen, dass wir hier zusätzlichen Handlungsbedarf haben." Und: "Der milde Winter … (kann) nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir bei der energetischen Gebäudesanierung nicht wesentlich vorangekommen sind." Frau Krautzberger unterstützt damit das Aktionsprogramm Klimaschutz ihrer Ministerin Dr. Barbara Hendricks und die in der schwarz-roten Koalition umstrittene Treibhausgas-Abgabe von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Das UBA zitiert Frau Hendricks mit der Forderung, den eingeläuteten Trend mit dem Aktionsprogramm zu verstärken, das jetzt einen "sanften, sozialverträglichen" Strukturwandel einleite. (geo)