Bau der Nabucco-Pipeline
Bild: Nabucco

Zuschlag an Nabucco-Light

Das Gaspipeline-Projekt Nabucco könnte in einer reduzierten Variante doch noch realisiert werden.

Das Nabucco-Betreiberkonsortium um Shah-Deniz hat einen vorläufigen Zuschlag für den Bau einer Gasleitung von der türkisch-bulgarischen Grenze über den Balkan nach Österreich erhalten. Die sog. Nabucco-West-Variante sei die präferierte Lösung, um Erdgas aus dem Shah-Deniz-Gasfeld nach Europa zu transportieren, teilte das Konsortium um BP und Statoil mit, das die Lizenz zur Ausbeutung des Gasfelds hat. Das Nabucco-Konsortium um Österreichs OMV und RWE hat damit das BP-Konkurrenzprojekt für Südosteuropa (Seep) ausgestochen. Seep war vor allem für die Versorgung von Bulgarien, Rumänien und Ungarn aus dem Shah-Deniz-Feld geplant gewesen. Das Shah-Deniz-Feld liegt im Kaspischen Meer auf aserbaidschanischem Territorium und verfügt über 50 Mio. m3 Gasreserven. Nicht gebaut wird der ursprünglich geplante Nabucco-Ast auf türkischem Boden bis ans Kaspische Meer. Statt dessen haben die Türkei und Aserbaidschan einen Vertrag zum Bau der sog. Transanatolischen Pipeline (Tanap) geschlossen. Die Leitung soll den deutlich teureren Nabucco-Ast ersetzen. (ad)