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04 November 2016 | 11:35

Deutschland verfehlt Klimaziele erheblich

Heute ist das Pariser Klimaschutzabkommen in Kraft getreten.

Die aktuellen Klimaziele Deutschlands sind viel zu schwach, um das Pariser Klimaabkommen zu erfüllen. Und selbst diese schwachen Ziele droht die Bundesregierung zu verfehlen. So lautet das Ergebnis einer neuen Studie der Energy Watch Group und ASPO Deutschland "Deutsche Klimapolitik – vom Vorreiter zum Bremser", die heute veröffentlicht wurde.

"Die momentanen Klimaschutz-Maßnahmen der Bundesregierung führen nicht einmal mehr zu nennenswerten Emissionsminderungen", so Hans-Josef Fell, Ko-Autor der Studie und Präsident der Energy Watch Group. Tatsächlich weist die Studie nach, dass der von der Bundesregierung vorgegebene, nationale Emissionsminderungspfad seit 2010 in jedem Jahr überschritten wurde. Besonders die Sektoren Straßenverkehr, Elektroenergie und Landwirtschaft sind an der Überschreitung beteiligt. Gemäß den Projektionen der Bundesregierung wird zum Beispiel der Verkehr im anspruchsvollsten Minderungsszenario den vorgeschriebenen Zielpfad 2035 um 91 Prozent überschreiten.

Die deutlich ambitionierteren Ziele des Pariser Abkommens müssten nun zusätzliche Maßnahmen induzieren, deren Ziel eine Nullemissions-Wirtschaft bis 2030 sein sollte, so Jörn Schwarz, Autor der Studie und Vorsitzender der ASPO Deutschland. Zudem müssen wirksame Kohlenstoffsenken geschaffen werden.

"Diese Studie zeigt deutlich, dass es mit der aktuellen Energiepolitik keine Chance gibt, die Pariser Klimaschutzziele einzuhalten. Im Vergleich zu den ambitionierten Maßnahmen anderer Länder gerät damit Deutschland beim Klimaschutz immer mehr ins Hintertreffen. Damit gefährdet die Bundesregierung nicht nur die Lebensgrundlagen künftiger Generationen, sondern auch die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland", so Dr. Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin und Gutachter der Studie. (al)

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