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09 Januar 2017 | 10:29

Weniger Kohle, mehr Kohlendioxid

Braunkohlekraftwerk Lippendorf, Bild: Marco Barnebeck(Telemarco)  / pixelio.d
Bild: Marco Barnebeck(Telemarco) / pixelio.d
Braunkohlekraftwerk Lippendorf
Arbeitsgemeinschaft Agora zieht gemischte Bilanz der Energiewende. Klimaziele 2020 sind in Gefahr. Wer noch Hausaufgaben machen muss.

Eine Jahresauswertung von Agora Energiewende zeigt: Erneuerbare Energien legen zu, während Kohleverstromung und Energieverbrauch sinken. Das Tempo reiche jedoch nicht, um die Klima- und Effizienzziele 2020 zu erreichen.

Erneuerbare-Energien-Anlagen lieferten beinahe jede dritte Kilowattstunde Strom, die verbraucht wurde: Der Ökostrom-Anteil wuchs um 0,8 Prozentpunkte auf 32,3 Prozent. Sehr deutlich legten Erdgaskraftwerke zu – sie produzierten gut ein Viertel mehr Strom als im Vorjahr. Mit einem Anteil von 12,1 Prozent am Erzeugungsmix lieferten sie fast so viel Strom wie Kernkraftwerke (13,1 Prozent), deren Erzeugung sich seit 2000 annähernd halbiert hat.

Nicht nur Sache des Stromsektors

Der Anteil von Braunkohle an der Stromerzeugung sank um 0,8 Prozentpunkte auf 23,1 Prozent, der Anteil der Steinkohle verminderte sich um 1,2 Prozentpunkte auf 17 Prozent. „Wenn man den Rückgang der Kohleverstromung so fortsetzen würde, würde ungefähr Anfang 2038 das letzte Kohlekraftwerk vom Netz gehen“, sagt Agora-Direktor Dr. Patrick Graichen.

Der verminderte Kohleeinsatz schlägt sich auch in der Klimabilanz des Stromsystems nieder: Dessen CO2-Emissionen gingen um 1,6 Prozent auf 306 Millionen Tonnen zurück. Demgegenüber sind die Gesamt-Treibhausgasemissionen Deutschlands um 0,9 Prozent auf 916 Millionen Tonnen gestiegen. „Die Energiewende ist nicht nur eine Sache des Stromsektors – jetzt müssen auch Industrie, Wärme und Verkehr ihre Klimaschutzbeiträge liefern“, so Graichen. (wa)

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