Kraftwerke dürfen breiter abgeregelt werden

Elf mitteleuropäische Übertragungsnetzbetreiber testen seit diesem Monat Netzstabilisierungsmaßnahmen in größerem Stil.

Wie der ÜNB Amprion (früher RWE) erst heute mitteilte, läuft seit 1. Juni in der mitteleuropäischen ÜNB-Kooperation TSC der Probebetrieb der "Multilateralen Abhilfemaßnahmen" (MRA). Das Neue daran ist demnach auf Basis einer gemeinsamen Probebetriebs-MRA-Vereinbarung, dass die ÜNB die Verlagerung von Kraftwerkseinspeiseleistung (Redispatch) nicht nur im eigenen Land und einem Nachbarland in die Wege leiten können, um Netzengpässe zu beheben, sondern in allen erforderlichen TSC-Mitgliedsländern.

 

Die Vereinbarung sei vorläufig mit den betreffenden nationalen Energieregulierern abgestimmt, hieß es weiter. Der Kooperation TSC gehören an: alle vier deutschen ÜNB sowie jene von Holland (Tennet), der Schweiz (Swissgrid), Polens (PSE Operator), Tschechiens (Ceps), Österreichs (Austrian Power Grid), Ungarns (Mavir), Sloweniens (Eles) und Kroatiens (HEP OPS). Sie ist offen für weitere Mitglieder. Zentrale Hilfsmittel sind ein ständiger ÜNB-Sicherheitsausschuss ("TSO Security Panel") aus Experten sowie die gemeinsame IT-Plattform CTDS. Hintergrund ist die steigende schwankende Stromeinspeisung aus erneuerbaren Quellen, die die Netzstabilität herausfordert. (geo)