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ZDF entdeckt „überhöhte Netzentgelte“

Sendung „Wiso“ beruft sich auf einen "Beschluss" der Bundesnetzagentur – oder ist es doch ein "geheimes Papier"?

Die ZDF-Sendung Wiso kritisiert angeblich „überhöhte Netzentgelte“ – das habe die Bundesnetzagentur „in einem Beschluss“ festgestellt, heißt es im Anreißertext. Oder ist es doch, wie es später genannt wird, „ein geheimes Papier“ der Bundesnetzagentur, das dem Sender vorliegt? Jedenfalls geht es dabei um „Bilanztricks“ – also den schlichten Umstand, dass die Erlösobergrenze laut Anreizregulierungs-Verordnung an das Verhältnis von Eigen- und Fremdkapital gebunden ist. Die Verbraucherzentralen sagen ja auch, dass die Leute zu viel Netzentgelte bezahlen müssen – der Betrag wird Pi mal Daumen auf eine Milliarde Euro taxiert. Und da gibt es noch die Kundin, die sich ins Bild rücken lässt, ein Aquarium hat, Strom verbraucht, und auch findet, das die Netzentgelte zu hoch sind. Ein Sprecher der Bundesnetzagentur assistiert ein wenig und sagt: „Es gibt einen allgemeinen Verdacht, dass Erlösobergrenzen überhöht sein können. Wir haben dafür aber keine konkreten Hinweise.“ Und dass die Bundesnetzagentur die Zahlen der Unternehmer und damit die Geschäftsgeheimnisse vor der Veröffentlichung schwärzen muss, passt da nur ins Bild. Fertig ist einer der fünf Skandale der Woche.

Der Verband kommunaler Unternehmen bemüht sich, das Bild gerade zu rücken:  Grundsätzlich sei festzustellen, dass es Kern der wirtschaftlichen Gestaltungsfreiheit der Unternehmen ist, sich im Rahmen der geltenden bilanz- und handelsrechtlichen Vorschriften auch regulatorisch optimal aufzustellen. Es gebe kein Informationsdefizit bei Regulierer, da ihm alle Informationen ungeschwärzt vorliegen. (wa/geo)