Europäische Kommission Bild: Wikipedia/Capun

CSR-Pflicht betrifft auch Stadtwerke

Das Gesetz über verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung von EU-Unternehmen ab 500 Mitarbeitern ist im Genehmigungsverfahren.

Die Europäische Kommission hat den bereits 2011 eingereichten Vorschlag einer Richtlinie zur Steigerung der Transparenz von Informationen über soziale und ökologische Fragen auch von kleineren Unternehmen angenommen. Nun müssen der Gesetzesänderung noch das Europaparlament und der EU-Ministerrat zustimmen. Die Direktive ergänzt die Bilanzierungs-Richtlinien (Vierte und Siebte Rechnungslegungs-Richtlinien über den Jahresabschluss und den konsolidierten Abschluss, 78/660/EWG und 83/349/EWG). Zeitlich soll die Umsetzung in nationales Recht bis 2016/2017 abgeschlossen sein. Ein verbindlicher Zeitplan ist noch nicht bekannt.

Die verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung gilt für Unternehmen ab einer Größe von 500 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 20 – 40 Mio. Euro. Nach Angaben der EU-Behörde sind damit rd. 18 000 der insgesamt ca. 42 000 größeren Unternehmen in der Eurozone betroffen. Bisher legen erst rund 2500 EU-Unternehmen regelmäßig Nachhaltigkeitsberichte vor. Weil auch kleinere Stadtwerke mit einer Mitarbeiteranzahl von weniger als 500 häufig Umsätze über 20-40 Mio. Euro generieren, könnten die Versorger schnell betroffen sein, wenn das „und“ des Umsatzes von 20 Mio. Euro/J in ein „und/oder“ umgewandelt wird. Beispielsweise generieren die Stadtwerke Dachau mit rund 150 Mitarbeiter einen Jahresumsatz von ca. 55 Mio. Euro. Die ESWS Versorgung erreicht eine Mitarbeiteranzahl von rund 550.

Inhaltlich soll sich die Berichterstattung an den etablierten Standards wie dem Global Compact, der ISO 26 000 und der Global Reporting Initiative orientieren. Die Unternehmen haben dabei große Gestaltungsspielräume für individuell angepasste Berichte. (Elke Kuehnle)