Verbraucherzentrale teilt Kritik aus der Gasbranche

Wärmepumpen mit schlechter Jahresarbeitszahl bekommen trotzdem Bestnoten in den künftigen Heizungs-Effizienzlabels. Diese Kritik kommt von der VZ NRW.

Die Gasbranche bekommt in entscheidenden Punkten einen wichtigen Verbündeten in ihrer Kritik an den Energieeffizienz-Labels, die viele neue Heizungen vom 26. September an tragen müssen: Die Verbraucherzentrale NRW teilt mit, mit den neuen Labels sei eine "Chance vertan" worden. Sie böten "kaum Orientierungshilfe für Verbraucher".

Die Kritik der Verbraucherzentrale gipfelt darin, dass die künftigen Noten keine Entscheidung zwischen verschiedenen Geräten ermögliche, sondern nur zwischen Technologien, und die Betriebskosten ausgeblendet sind. Während Öl- und Gas-Brennwertkessel demnach kein besseres Label schaffen als A, bekommen Wärmepumpen grundsätzlich A+ oder A++ – selbst "mit sehr schlechter Jahresarbeitszahl", so VZ-Bereichsleiter Energie, Udo Sieverding. Ergänzende Angaben, die dies auffangen könnten, seien nicht vorgesehen – im Gegensatz zu Elektrogeräten.

Zudem, so Sieverding weiter, könnten die Labels dazu verleiten, die Wahl des Gerätes als einzigen Effizienzgesichtspunkt zu betrachten. Vielmehr spiele aber auch die "Einbausituation eine große Rolle, die durch das Label naturgemäß gar nicht abgebildet werden kann". Hier schafften die Labels teilweise erst "erheblichen" Beratungsbedarf.

Einen Teil dieser Kritik hatte bereits die Initiative Zukunft Erdgas vorgetragen (siehe gedruckte ZfK Mai 2015, Seite 11). Der Wärmepumpen-Hersteller Stiebel Eltron benutzt die Heizungslabels dazu, das Totenglöckchen für Öl und Gas im Wärmemarkt zu läuten.

Die VZ NRW rügte aber auch, dass die fossil befeuerten neuen Heizungsanlagen zunächst mindestens die Note B schaffen. „Tatsächlich bleiben schon bei der Einführung die unteren Klassen von C bis G leer“, erklärt Sieverding. (geo)