Eine Mittelspannungs-Freileitung mit einer Kapazität von 20 kV. Diese Spannungsebene gehört zum Verteilnetz. Bild: ZfK-Hi

Wesentliche Erhöhung der EKZ unwahrscheinlich

Es zeichnet sich ab, dass es bei der vorgesehenen Eigenkapitalverzinsung in Höhe von 6,91 Prozent bleibt. Abschließend entscheidet die BNetzA am 4. Oktober.

"Nach den bisherigen weiteren Anhörungen tendiere ich dazu, die Eigenkapitalverzinsung so zu belassen wie vorgesehen.“ Dies unterstrich Alexander Lüdtke-Handjery, Vorsitzender der zuständigen Beschlusskammer 4 (BK 4) der Bundesnetzagentur (BNetzA), im Gespräch mit der ZfK gestern Nachmittag am Rande des 3. VKU-Netzforums 2016 in Berlin. „Doch wer weiß, vielleicht werde ich ja auch überstimmt“, fügte er hinzu. Laut Lüdtke-Handjery entscheidet die BK 4 am 4. Oktober abschließend über die Höhe des Eigenkapitalzinssatzes. Er kam direkt aus der Sitzung des Beirats der Bundesnetzagentur im benachbarten Bundeswirtschaftsministerium, an dem auch die energiepolitischen Sprecher und Koordinatoren der Bundestagsfraktionen teilnahmen. Doch keiner der Parlamentarier bekannte sich zu einem höheren Zinssatz oder nannte eine konkrete Zahl. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) fordert eine deutliche Erhöhung.

Viel Lob für die vorgesehene Senkung der Eigenkapitalverzinsung durch die BNetzA gab es von Joachim Pfeiffer, dem wirtschafts- und energiepolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. „Es ist nicht Aufgabe der Politik, Ihnen eine möglichst hohe Rendite zu sichern“, sagte er in Richtung VKU.

Grundsätzlich kritischer äußerten sich Johann Saathoff, energiepolitischer Koordinator der SPD-Bundestagsfraktion, die energiepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Julia Verlinden, sowie der umweltpolitische Sprecher der Fraktion Die Linke, Ralph Lenkert. Sie plädierten grundsätzlich für eine Stärkung der Rolle und Aufgaben der Verteilnetzbetreiber und kritisierten einen zunehmenden Zentralismus. „Es stellt sich schon die Frage, ob die Verteilnetzbetreiber dieselben Bedingungen haben wie die Übertragungsnetzbetreiber und ob das Investoreninteresse an den Verteilnetzen wirklich genauso hoch ist wie an den Übertragungsnetzen“, sagte Saathoff.

Verlinden hob auf eine nötige Reform der Netzentgelte mit einer stärkeren leistungsorientieren Komponente ab. Dies wurde auch vom stellvertretenden Hauptgeschäftsführer des VKU, Michael Wübbels, sowie den anderen Fraktionen unterstützt. (hcn)