Gasag gegen Gasag: Sieg für Vorstand

Das Landgericht Berlin hat heute die Klage des früheren Gasag-Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Karl Kauermann gegen den Berliner Gasversorger abgewiesen.

Kauermann wandte sich in dem Zivilprozess gegen einen Vergleich, den die Gasag Ende 2011 im Rechtsstreit um einen langfristigen Liefervertrag mit ihrem Vorlieferanten und eigenen Aktionär GDF Suez geschlosssen hatte. Die Gasag verzichtet darin auf Schadensersatzforderungen aus dem stark ölpreisgebundenen Bezugsvertrag von 1999 (ZfK 6/12, 15). Dessen Preisformel lag nach Gasag-Darstellung seit 2009 deutlich über Marktpreisniveau. Im Gegenzug erhielt sie in dem Vergleich einen neuen Bezugsvertrag zu aktuellen Marktkonditionen.

 

Aus Kauermanns Sicht handelte es sich bei dem Vergleich um ein einseitiges Entgegenkommen. Seine Nichtigkeitsklage richtete sich gegen den betreffenden Aufsichtsratsbeschluss, bei dem er überstimmt worden war. Das Gasag-Kontrollgremiem hätte bei einem derart wichtigen Vorgang ein externes Gutachten einholen müssen, war bei der Verhandlung Anfang Mai von Seiten der Anwälte Kauermanns zu hören gewesen.

 

Man werden die schriftliche Urteilsbegründung abwarten und dann entscheiden, ob man das Urteil anfechten will, erklärte Kauermanns Rechtsanwalt Dr. Adrian Müller-Helle auf Anfrage der ZfK.(hf)