Die Nord-Stream-2-Betreiber mussten eine weitere juristische Niederlage einstecken.
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Nord-Stream-Betreiber scheitern mit Klage gegen EU-Gasrichtlinie

Nach der Niederlage vor der Bundesnetzagentur kassieren die Pipelinebetreiber nun auch eine Schlappe vor dem Europäischen Gerichtshof. Das Nord-Stream-2-Konsortium könnte die Angelegenheit nun vor ein deutsches Gericht bringen.

Das EU-Gericht hat Klagen der Pipelinebetreiber von Nord Stream und Nord Stream 2 gegen die neue europäische Gasrichtlinie abgewiesen. Dies teilte das Gericht am Mittwoch in Luxemburg mit. Aus Sicht der EU-Richter müssten die Betreiber vor deutschen Gerichten klagen. (Rechtssachen T-526/19 und T-530/19)

Die 1200 Kilometer lange Leitung Nord Stream führt seit 2012 russisches Gas unter der Ostsee von Russland nach Deutschland. Parallel dazu wird seit 2017 die neue Leitung Nord Stream 2 gebaut. Im Mai 2019 traten neue EU-Regeln für Gasleitungen in Kraft, die für Betreiber erhebliche neue Auflagen bedeuten können. Die beiden Nord-Stream-Gesellschaften, die mehrheitlich oder ganz in russischem Besitz sind, wollten die neuen Regeln vor dem EU-Gericht für nichtig erklären lassen.

Umsetzung in nationales Recht entscheidend

Die Luxemburger EU-Richter hielten die Klage jedoch für unzulässig. Relevant sei für beide Firmen nicht die neue EU-Gasrichtlinie, sondern deren Umsetzung in nationales Recht.

In der vergangenen Woche hatte die Bundesnetzagentur einen von den Pipelinebetreibern gestellten Ausnahmeantrag für Nord Stream 2 abgelehnt.

Nord Stream 2 prüft die Entscheidung

Ein Nord-Stream-2-Sprecher betonte, dass die Klage vom Europäischen Gerichtshof nur aus formellen Gründen abgewiesen worden sei. "Das Gericht hat nicht unsere Beschwerde in der Hauptsache zurückgewiesen, insbesondere nicht, dass die Änderung der Gasrichtlinie eine unrechtmäßige Diskriminierung von Nord Stream 2 darstellt." Deshalb halte man am Klagevorwurf fest, werte das Urteil nun aber erstmal aus. (dpa/amo)