Handicap fünf. Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

"Die Mär von der EEG-Befreiung der Golfplätze"

Die "FAZ" setzt sich heute mit dem Umverteilungs-Vorwurf der Grünen auseinander, Golfplätze erhielten eine EEG-Umlagenbefreiung.

Tatsächlich profitierten nur sechs der 825 deutschen Golfplätze von Ausnahmeregelungen, es handle sich dabei aber keinesfalls um die Befreiung von der Ökostrom-Umlage, schreibt die "FAZ"-Druckausgabe unter Berufung auf Zahlen der Bundesnetzagentur (BNetzA) und des Deutschen Golfverbandes.

Vielmehr hätten manche Golfplätze gemäß § 19 Stromnetzentgeltverordnung einen Anspruch auf ein niedrigeres Netzentgelt und gäben dafür auch eine Gegenleistung: eine Verlagerung ihres Stromverbrauchs in Schwachlastzeiten, die die Verteilnetze stabilisiere. Der baden-württembergische Golfplatz Johannisthal etwa versah die Wassersprenger und Pumpen mit Zeitschaltuhren und lädt die Carts nur noch in Tagesrandzeiten auf und sparte so demnach 1500–3000 € Netzentgelt bei einer Stromjahresrechnung von 38 000 € für 270 000 kWh. Die anderen, nicht netzentgeltbefreiten Verbraucher kompensieren diese Ausfälle seit Anfang diesen Jahres in der §-19-Umlage. Der Jahresverbrauch des Golfplatzes hätte nicht annähernd ausgereicht, um an EEG-Befreiungen für stromintensive Betriebe zu kommen: Dort liegen die Schwellenwerte bei 10 Mio. kWh bei mehr als 7000 Benutzungsstunden.

Die Verbrauchsverlagerung bzw. atypische Netznutzung muss "erheblich" sein. Hierfür hatte die Bundesnetzagentur im Dezember 2012 Schwellenwerte festgelegt. Im Niederspannungsnetz mit und ohne Mittelspannungs-Anteil liegen sie bei 30 % und sinken stufenweise auf 5 % auf der Höchstspannungsebene. (Hier verwendet die "FAZ" einen falschen absoluten Betrag.) Die Zahl der Anträge nach § 19 stieg 2012 gegenüber dem Vorjahr der Bundesregierung zufolge von 68 auf 1288, von welch letzteren die BNetzA 959 genehmigte. (geo)

Externer Link zum Herunterladen der §-19-Festlegung der BNetzA vom 12. Dezember 2012