Auch Innogy-Netze wehren sich gegen EK-Zinssatz

Insgesamt 1100 Netzgesellschaften haben gegen den künftigen Eigenkapitalzinssatz Rechtsmittel eingelegt. Darunter die Innogy-Töchter, sagt Vorstand Hildegard Müller der ZfK.

Die Bundesnetzagentur sieht sich einer Klagewelle gegen ihre Eigenkapitalzinssatz-Senkung bei der Bemessung der Erlösobergrenze von Strom- und Gasnetzen gegenüber: Ihr Präsident Jochen Homann hatte am Montag auf dem Führungskräftetreffen Energie in Essen davon gesprochen, 1100 Netzgesellschaften hätten Rechtsbeschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingelegt.

"Andere Risikofaktoren als in Telekommunikation"

Mit dabei: die Netzgesellschaften der RWE-Tochter Innogy. Ihr Infrastrukturvorstand Hildegard Müller stellte gestern der ZfK gegenüber zentrale Variablen der Eigenkapitalzinssatz-Berechnung für die nächste Regulierungsperiode in Frage: "Wir halten es für legitim, dass dann einige Punkte geprüft werden. Es ist zum Beispiel so, dass Risikofaktoren bei uns anders bewertet werden als in der Telekommunikation. Wir haben im europäischen Wettbewerb höhere Renditen. Wir stehen auch an der Frage von Inflations- und Zinsentwicklungen, die sich gerade abzeichnen."

Dies alles sei für den Bürger schwierig zu verstehen. Es sei aber das gute Recht von Innogy, zu sagen, dass Bedenken gegen den Rechenweg nicht an allen Stellen bei der BNetzA eingeflossen seien. Hildegard Müller hob ihre Unterstützung hervor, dass die Regulierung auf die Netzkosten in Blick haben müsse. Zum anderen seien die "Verteilnetze ein Gradmesser für das Gelingen der Energiewende". Projekte wie die "Schaufenster Intelligente Energie" (Sinteg), bei denen Westnetz Konsortialführer des Sinteg-Projekts Designetz ist, erhöhten die Investitionsvolumina.

Alle Innogy-Netztöchter?

Frau Müller konnte nicht mit Sicherheit sagen, dass alle Innogy-Netztöchter Rechtsmittel eingelegt haben. Zu ihren Netzgesellschaften gehören Westnetz sowie die Netztöchter von VSE, Lechwerken und Envia M. (geo)