Zwei Jahre Schlichtungsstelle Energie

Die Schlichtungsstelle Energie hat in über 80 % ihrer Fälle eine Einigung erzielt. Besonders beim Thema Abrechnung gebe es Beschwerden.

"In über 80 % der durchgeführten Schlichtungsverfahren konnten wir eine Einigung zwischen Verbrauchern und Versorgern erzielen", zieht Geschäftsführer Thomas Kunde ein positives Zwischenfazit zur Schlichtungsstelle Energie. Die Schlichtungsstelle, die gegründet wurde, um langwierige und kostenintensive Gerichtsverfahren zu vermeiden, gibt es nun zwei Jahre.

Der Bedarf für eine solche Stelle, die sich mit Fragen rund um die Energieversorgung beschäftigt, sei eindeutig vorhanden. Kunde: "Dies zeigt die hohe Zahl der Anfragen durch die Verbraucher. In zwei Jahren sind rd. 24 000 Anträge bei der Schlichtungsstelle eingegangen". Jeder Antrag werde juristisch geprüft.

Auffällig seien die höchst unterschiedlichen Beschwerden bei den Energieversorgungsunternehmen: Bei vielen Versorgern gebe es bislang noch gar keine Schlichtungsfälle, während einige wenige Unternehmen mit zahlreichen Kunden-Anträgen auf eine Schlichtung konfrontiert würden. "Es wird deutlich, welche Unternehmen Wert auf Service und Kundenbetreuung legen und welche nicht", so Kunde.

Schwerpunkt der Schlichtungsanträge 2013 waren zu 47 % das Thema Abrechnung. Wenn etwa Rechnungen nicht korrekt oder Zählerstände nicht in Ordnung waren, Rechnungen nicht erhalten wurden oder Beschwerden zu den Stichpunkten Abschlagszahlung und Abschlagshöhe. 37 % der Anträge betreffen vertragliche Streitigkeiten wie Vertragslaufzeit, Bonus, Kündigung und 9 % hatten mit Lieferantenwechseln zu tun.

Zudem gab es zum 1. Juli 2013 eine Änderung des Schlichtungsverfahrens in einen dreistufigen Prozess. In der ersten Stufe erhält das Unternehmen die Möglichkeit, die Beschwerde schnell und einfach abzuhelfen. In der zweiten Stufe soll durch Moderation der Schlichtungsstelle eine einvernehmliche Lösung gefunden werden, gelingt dies nicht, kommt es auf der dritten und letzten Stufe zu einer Empfehlung durch eine Ombudsperson. So erhalten die Energieversorgungsunternehmen früher als bisher Kenntnis von dem Schlichtungsantrag ihres Kunden und die Gelegenheit, die Beschwerde in einem vereinfachten Verfahren, d. h. innerhalb von drei Wochen, zu bereinigen.

Geschäftsleiter Kunde freut sich über die große Akzeptanz der Schlichtungsstelle sowohl bei den Verbrauchern als auch bei den Versorgungsunternehmen. "Wir können immer mehr Versorger für den Schlichtungsgedanken gewinnen, die dann auch Mitglied der Schlichtungsstelle Energie werden", sagt Kunde. Die Mitgliedschaft sei eine gute Möglichkeit für Versorger ihre Kundenfreundlichkeit nochmals hervorzuheben.

Die Schlichtungsstelle Energie ist vom Bundeswirtschaftsministerium und dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz als zentrale Schlichtungsstelle zur außergerichtlichen Beilegung von Streitigkeiten zwischen Energieversorgungsunternehmen und Verbrauchern anerkannt. (sg)