Das Kraftwerk Werdohl-Elverlingsen in Elverlingsen (NRW) ist ein Mittel- und Spitzenlastkraftwerk der des Enervie-Unternehmens Mark-E. Der steinkohlegefeuerte Block E3 soll zum Frühjahr 2014 stillgelegt werden. Enervie will aber auch alle anderen konventionellen Kraftwerke in den "Ruhestand" schicken. Bild: Enervie

Enervie: Aus für alle konventionellen Kraftwerke

Die Enervie will ihren gesamten konventionellen Kraftwerkspark mit rd. 1300 MW stilllegen.

Die Südwestfalen Energie und Wasser AG hat bei bei der Bundesnetzagentur den Kraftwerkspark zur Stilllegung angemeldet. Grund hierfür sei die derzeitige massive Fehlsteuerung der Energiemärkte, die einen wirtschaftlichen Betrieb konventioneller Steinkohle- und Gaskraftwerke nicht zulasse, so Enervie. Das berge erhebliche Risiken: Wegen der Insellage des Stromnetzes in Südwestfalen würden die Kraftwerke zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit dringend benötigt.

Die Enervie-Gruppe verfügt überwiegend über Steinkohle- sowie Gas- und Dampfturbinenkraftwerke an den Standorten Hagen, Herdecke und Werdohl sowie ein Pumpspeicherkraftwerk in Finnentrop. "Wir sahen uns zu dieser Stilllegungsanzeige gezwungen, da wir aufgrund des starken eigenen Kraftwerksbereichs besonders von der Fehlsteuerung der Energiemärkte betroffen sind. Die erwarteten marktgetriebenen Verluste bei den Kraftwerken summieren sich für Enervie derzeit auf über 30 Mio. Euro pro Jahr– mit steigender Tendenz", so Ivo Grünhagen, Vorstandssprecher der Enervie.

Die Unternehmensgruppe hatte bereits angekündigt, mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die Dividendenausschüttung für die überwiegend kommunalen Aktionäre aussetzen zu müssen. "Die Stilllegungsanzeige bei der Bundesnetzagentur war unvermeidlich, weil Enervie sich unter den derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht in der Lage sieht, seine Kraftwerke weiter zu betreiben", so Technischer Vorstand Erik Höhne. "Aktuell sehen wir auch keine Signale, die kurzfristige Abhilfe versprechen – weder im Markt noch ordnungspolitische Ansätze, wie ein geändertes Energiemarktdesign." Hintergrund des Stilllegungsantrags ist insbesondere der massive Anstieg der Einspeisung von Strom aus regenerativen Energien. (hi)