Bild: © Eveen

Eveen setzt Verfügung gegen Krefeld durch

Vorläufiger Insolvenzverwalter wehrt sich gegen Pressemitteilung der Stadtwerke zum Thema Ersatzversorgung.

Eine einstweilige Verfügung hat der vorläufige Insolvenzverwalter des Energieanbieters Eveen gegen die Stadtwerke Krefeld (SWK) erreicht. Nach der Insolvenz des Unternehmens aus Hannover Mitte Juli hatten die SWK in einer Pressemitteilung die Zahlungsunfähigkeit thematisiert und als zuständiger Ersatz- und Grundversorger für Krefelder Eveen-Kunden darauf hingewiesen, dass eine solche Ersatzversorgung teuer ist. Dagegen ist der vorläufige Insolvenzverwalter Volker Römermann beim Landgericht Krefeld erfolgreich vorgegangen.

Bei den SWK ist die Verfügung einem Sprecher zufolge noch nicht eingegangen. Es gebe bislang lediglich eine Vorab-Information des gegnerischen Anwalts sowie eine Pressemitteilung des vorläufigen Insolvenzverwalters. Daher wollen sich die SWK zur Sache nicht äußern.

"Aus der Situation Kapital schlagen"

Laut vorläufigem Insolvenzverwalter Römermann geht es um den Satz in der SWK-Pressemitteilung: „Für den Kunden wird es sowohl in der Ersatzversorgung als auch in der Grundversorgung teuer“. Dieser sei irreführend, wenn er nicht entsprechend dahingehend erläutert wird, dass ein Kunde – wenn es denn überhaupt jemals zum Fall einer solchen Versorgung kommt – jederzeit durch sofortige Kündigung der Ersatzversorgung und durch sofortigen Wechsel zu jedem gewünschten Versorger die Ersatz- und Grundversorgung beenden kann. „Es kann nicht sein, dass ein einzelnes Stadtwerk versucht, aus der Situation bei Eveen Kapital zu schlagen und Kunden verunsichert“, so Römermann.

Eveen will trotz Insolvenz den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten; die Energielieferungen seien gesichert. Daher sind Kunden weiterhin an ihre Verträge gebunden, können sie nur regulär beenden und haben kein Sonderkündigungsrecht. (wa)