Nach der Vergabe des Stromnetzes von Höhenkirchen-Siegertsbrunn (Kreis München) vom Bayernwerk (Eon) an die SWM Infrastruktur (von rechts) am 16. April 2016: SWM-Kommunalbetreuerin Kirsten Samir, Bürgermeisterin Ursula Mayer und Gerhard Lößlein, Leiter des SWM-Konzessionsmanagements. Bild: Stadtwerke München

München arrondiert Stromnetz zulasten von Eon

Der Gemeinderat von Höhenkirchen-Siegertsbrunn südöstlich von München hat das Stromnetz an die Stadtwerke München vergeben. Altkonzessionär ist Eon.

Das Stromverteilnetz der 11 000-Einwohner-Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn im Süden des Landkreises München geht an die SWM Infrastruktur GmbH (SWM IN). Das habe das Kommunalparlament mit "großer" Mehrheit beschlossen, geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung des kommunalen Konzerns und der Gemeinde hervor. Damit schnappen die SWM der Eon-Tochter Bayernwerk ein weiteres Elektrizitäts-Niederspannungsnetz weg. 2013 hatten sie das Stromnetz von Taufkirchen, südlich von München, erworben. Das Höhenkirchener Konzessionsverfahren dauerte acht Monate und wurde von der Kanzlei Rödl & Partner begleitet.

Damit geht ein 150 Kilometer langes Netz grundsätzlich an die SWM IN über, und zwar für zunächst 20 Jahre. Der jährliche Stromabsatz in der Gemeinde liegt bei gut 22 Millionen Kilowattstunden; es gibt etwas über 2100 Haushaltsanschlüsse.
Wettbewerbsverlierer Bayernwerk ist der größte Verteilnetzbetreiber im Freistaat mit 153 000 Kilometern Stromnetz, einem über 5700 Kilometer langen Erdgasnetz und einem Straßenbeleuchtungsnetz von 34 500 Kilometern Ausdehnung.

Vertrieblich ist Eon in Höhenkirchen-Siegertsbrunn Strommarktführer. Bei Gas sind es bereits die SWM. Sie hatten Ende 2012 bereits grundsätzlich das Gasnetz dort bekommen. Weiter südlich ist der Gas-Grundversorger die Energie Südbayern, ein Gemeinschaftsunternehmen von SWM und Thüga. (geo)