E-Control-Vorstand: Wolfgang Urbantschitsch (links) und Andreas Eigenbauer
Bild: © E-Control

Österreichs Regulierer lobt lebhaften Wettbewerb

Behörde E-Control verzeichnet 150 Strom- und 44 Gaslieferanten im Nachbarland.

Die österreichische Regulierungsbehörde E-Control lobt in ihrem Jahresbericht 2017 den lebhaften Wettbewerb bei Strom und Gas. Demnach seien derzeit rund 150 Stromlieferanten am Strommarkt des Nachbarlands tätig, die rund fünf Millionen Haushalte, Gewerbebetriebe und sonstige Kleinkunden beliefern. Je nach Region stehen laut E-Control in der Regel einem angestammten Lieferanten 25 alternative gegenüber. In Wien beispielsweise könne ein Haushaltskunde zwischen 125 Angeboten von rund 50 Anbietern wählen. Auch in Vorarlberg und Tirol sei das Angebot inzwischen gleich breit geworden, erklärt Wolfgang Urbantschitsch, Vorstand der Regulierungsbehörde.

Insgesamt 44 Gaslieferanten beliefern 1,3 Millionen Haushalts- und Kleinkunden in Österreich. Kleinkunden in Tirol bekämen inzwischen bis zu 80 Angebote von 26 unterschiedlichen Anbietern. Im Marktgebiet Ost haben Haushalte demnach ein noch etwas breiteres Angebot mit über 90 Angeboten von 32 Anbietern.

Kunden lernen hinzu

Die Steigerung der Angebotsanzahl ist nach Angaben des Regulierers nicht nur auf neue Markteintritte zurückzuführen, sondern auch auf die weitere Angebotsdifferenzierung. „Die Produkte unterscheiden sich durch Merkmale wie Online- und Offline-Produkte, integrierte und nicht integrierte Rechnungslegung, Bindungsfristen, Zertifizierung des Stroms aus erneuerbaren Energien bis zu speziellen Dienstleistungsangeboten wie Installation und Förderung von PV-Anlagen, spezielle Vergünstigungen für Wärmepumpenbetreiber und vieles mehr“, so Urbantschitsch.

„Im siebzehnten Jahr nach der Strommarktliberalisierung haben wir den Eindruck, dass die Kunden sich inzwischen recht gut im Strom- und Gasmarkt zurecht finden“, ist Urbantschitsch überzeugt. Ausgehend vom Nutzerverhalten im Tarifkalkulator – einem Angebot der Regulierungsbehörde –  wisse E-Control, dass mittlerweile 83 Prozent der Anwender ihren Stromverbrauch kennen, wenn sie das Tool benutzen. „Vor ein paar Jahren war unsere Erfahrung hier noch eine ganz andere“, freut sich der E-Control-Vorstand. (wa)