Auf dieser Seite können Sie sich in Ihr bestehendes Account einloggen oder für ein neues Account registrieren.
23 November 2017 | 10:59

Es bleibt bei einer Stromgebotszone

Das Kabinett stellt sich gegen eine Teilung der Stromgebotszone in Deutschland. Übertragungsnetzbetreiber dürfen nicht einseitig handeln.

Das Bundeskabinett hat gestern den Entwurf zur Änderung der Stromnetzzugangsverordnung (StromNZV) beschlossen. Die deutsche Stromgebotszone kann auch künftig nicht einseitig durch die Übertragungsnetzbetreiber geteilt werden, gab das Bundeswirtschaftsministerium bekannt.

In einer einheitlichen Stromgebotszone ist der Austausch von Energie ohne Kapazitätsvergabe vorgeschrieben. Als Folge der Teilung der Stromgebotszone wären die Großhandelsstrompreise in Deutschland nicht mehr einheitlich, erläuterte das Ministerium.

Netzausbau vorantreiben

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hält es für richtig, die einheitliche Strompreiszone in ihrer jetzigen Form beizubehalten. "Zwei Preiszonen (Nord, Süd) hätten erstens dazu geführt, dass die Strompreise nur für Endverbraucher südlich einer künstlich gezogenen Grenze steigen. Zudem hätte die Investitionsbereitschaft der dort angesiedelten Industrie aufgrund der höheren Preise sinken können", erläutert der Verband. Zweitens könnte eine Aufspaltung den Handel mit Strom aufwändiger, risikoreicher und weniger liquide machen. Jetzt sei es wichtig, den notwendigen Stromnetzausbau voranzutreiben.

Die Idee einer Aufteilung der Strompreiszone wird unter anderem von der europäischen Regulierungsbehörde ACER verfolgt. Die Behörde glaubt, durch zwei Preiszonen könnten nachvollziehbarere Preissignale entstehen, damit der Strom nicht über Nachbarländer abfließe. Es gilt: Dort, wo der Strom erzeugt wird, also im Norden, würde es am Großhandelsmarkt billiger, im Süden teurer werden – mit den entsprechenden Folgen für Stromverbraucher und Energiewirtschaft. Das Problem ist nämlich: Durch den Verzug beim Netzausbau fließt bei Überangebot von Strom aus erneuerbaren Energien im Norden – durch die vielen Windkraftanlagen – Strom häufig über die osteuropäischen Nachbarländer ab. Diese sogenannten Loop flows sind von den dortigen Netzbetreibern nicht erwünscht, weil sie deren Netze verstopfen und nur Kosten verursachen. (al)

STELLENMARKT

,

Social media

Folgen sie uns auf:
Facebook Twitter Xing

Zahl des monats

165 000

Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.