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07 Dezember 2017 | 10:59

FNN-Kongress: Den Schwung nicht verlieren!

In Nürnberg präsentiert der FNN|VDE auf dem Fachkongress Netztechnik seine Roadmap für die Zukunft der Netze. Hier werden konkrete Maßnahmen erarbeitet.

Alle zwei Jahre tagt das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) in Nürnberg – und das schon seit 20 Jahren. Pünktlich zum Nikolaus gab es für die 600 anwesenden Kongress-Teilnehmer ein besonderes Geschenk: die neue Roadmap "Vom Netz zum System".

Darin hat der VDE|FNN konkrete Maßnahmen entwickelt, um das Netz für die Zukunft fit zu machen. Denn 2050 wird das Stromversorgungssystem zu 80 Prozent aus Erneuerbaren-Energien-Anlagen gestützt. Damit das bezahlbar und sicher bleibt, werden Experten in den nächsten fünf Jahren insgesamt 13 Themen mit Aktivitäten und Terminen für die Bereiche Rollen und Aufgaben, Netz- und Systembetrieb sowie Kommunikationsbetrieb bearbeiten. Ein Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung.

Elektromobilität und IT-Sicherheit

Ein Beispiel etwa ist die Netzintegration der Elektromobilität, wobei die Nieder- und Mittelspannungsnetze im Mittelpunkt stehen. Bis 2019 will VDE|FNN konkrete Handlungsempfehlungen für die langfristig sichere und zuverlässige Netzintegration der E-Mobilität vorlegen. Ebenfalls bis 2019 sollen die Anforderungen für die IT-Sicherheit an verschiedene Marktakteure entstehen.

Im Fokus der Veranstaltung, die von 6. bis 7. Dezember stattfindet, ist diesmal die Frage, was heute schon getan werden kann, um die Netze zukunftsfähig zu gestalten. "Nicht mehr nur sprechen, sondern konkret handeln", bekräftigte auch Geschäftsführerin des Forums Netztechnik/Netzbetrieb im VDE Heike Kerber das Motto. Dr. Sven Lehmann, Präsident der Gütegemeinschaft Leitungstiefbau, warf die Frage auf, ob man Treiber oder Getriebener sei bei der Energiewende.

Netzausbau nimmt Fahrt an

Für Dr. Stefan Küppers, FNN|VDE-Vorstandsvorsitzender, war die Antwort klar, man sei Treiber. Bekannte aber auch: "Wir als Netzbetreiber haben unsere Lektion gelernt". Der PV-Ausbau damals habe seine Branche überrumpelt und es habe einige Jahre gedauert, bis man hier fit geworden sei.

Dr. Roland Bauer, Fachgebietsleiter Strategische Netzentwicklung/Marktmodellierung von 50Hertz Transmission GmbH, merkte an, dass der Netzausbau deutlich an Fahrt aufgenommen habe. Dieser Schwung dürfe aber nicht verloren gehen. Dem stimmte Küppers zu: "Wir verlieren an Tempo!". Das gefährde auch Deutschlands Status als Exportnation im Bereich der Energiewende. Küppers forderte klare Spielregeln. Diese sollen auch mit der Roadmap entwickelt werden.

Bestandsnetze bleiben wichtig

Bauer verwies zudem darauf, dass der Systemwechsel vom Kunden gedacht werden müsse, auch dessen Zufriedenheit sei wichtig. "Wir als Infrastrukturbetreiber müssen mehr performieren", so seine Forderung. Die Belange der Verteilnetzbetreiber nehme man als Übertragungsnetzbetreiber beim Netzentwicklungsplan durchaus ernst. 50Hertz habe 250 Fragebögen verschickt und alle Informationen dazu "wie ein Eichhörnchen zusammengetragen".

Ein weiteres Thema waren Bestandsnetze, die zwar nicht den Netzausbau komplett ersetzen können und in der ersten Phase, wenn die letzten Atomkraftwerke 2022 vom Netz gehen, noch nicht so relevant sind. Aber mit der zunehmenden Digitalisierung rücke auch die Optimierung der Bestandsnetze in den Blick. Schließlich sei die Akzeptanz der Bevölkerung hier größer und die Umrüstung günstiger.

Kein Stillstand in der Politik

Gerlind Heckmann, Ministerialdirigentin im Wirtschaftsbundesministerium, konnte zwar noch nicht konkret sagen, wie es politisch mit der Energiewende in Zukunft weitergehen wird, betonte aber, dass auch jetzt immer noch viele Dinge vorangetrieben werden. Man erarbeite schon vieles, was auch der neuen Bundesregierung dann kommuniziert werden soll. Allerdings könne Sie dazu noch nichts sagen. Nur so viel: "Das wird gut weitergehen". (sg)

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Zahl des monats

165 000

Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.