Auf dieser Seite können Sie sich in Ihr bestehendes Account einloggen oder für ein neues Account registrieren.
20 September 2017 | 12:00

Intelligente Verteilnetzcluster voranbringen

Diskutierten am 19. September 2017 engagiert beim vierten VKU-Netzforum des Verbandes kommunaler Unternehmen (von links): Torsten Maus (EWE Netz), Wolfgang Bühring (Stadtwerke Speyer), Rainer Stock (Moderator, VKU), Jan Papsch (EU), Frank Peter (Agora Energiewende), Thomas Volk (Stromnetz Hamburg)., Bild: Hans-Christoph Neidlein
Bild: Hans-Christoph Neidlein
Diskutierten am 19. September 2017 engagiert beim vierten VKU-Netzforum des Verbandes kommunaler Unternehmen (von links): Torsten Maus (EWE Netz), Wolfgang Bühring (Stadtwerke Speyer), Rainer Stock (Moderator, VKU), Jan Papsch (EU), Frank Peter (Agora Energiewende), Thomas Volk (Stromnetz Hamburg).
Die EU unterstützt eine größere Systemverantwortung der Verteilnetzbetreiber, um dezentrale Flexibilitätsoptionen sinnvoll zu nutzen. Das wird jetzt deutlich.

„Verteilnetzbetreiber werden immer mehr zum Systemmanager der Energiewende“, unterstrich Rainer Stock, Bereichsleiter Netzwirtschaft beim Verband kommunaler Unternehmen (VKU), zum Auftakt des vierten VKU-Netzforums. 97 Prozent der erneuerbaren Erzeugungsanlagen sind an die Verteilnetzebene angeschlossen. Bis 2030 wird damit gerechnet, dass die erneuerbare Anschlussleistung im Verteilnetz auf 140 Gigawatt steigt mit über 50 Millionen Zählpunkten, auch neuer Verbraucher wie Elektromobile, Wärmepumpen und Speicher.

Intelligente Verteilnetzcluster

Der VKU entwickelte deshalb in einem intensiven Dialogprozess mit seinen Landesgruppen ein Konzept für intelligente Verteilnetzcluster. Eine entsprechende Studie soll im Oktober vorgestellt werden. Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Michael Wübbels stellte gestern auf der Tagung erste wichtige Eckpunkte vor.

Kern ist die Zusammenarbeit von Verteilnetzbetreibern (VNB) in Verbünden als intelligente Verteilnetzcluster. In den Clustern werden grundsätzliche Daten koordiniert, erfasst und ausgewertet, Leitlinien zum Flexibilitätseinsatz vorgegeben. Innerhalb des Clusters sind die VNB für den Einbau und den Betrieb der Sensorik zuständig und für die Steuerung und den Einsatz der Flexibilität. Vorteil einer solchen dezentralen Wabenstruktur ist aus Sicht des VKU auch eine höhere Resilienz des Energiesystems.

„Voraussetzung dafür sind jedoch eine klare Zuordnung von Aufgaben, Verantwortung und Entscheidungshoheit durch das Kaskadenprinzip sowie klare Schnittstellen zwischen den Netzbetreibern“, unterstrich Wübbels. Im Widerspruch hierzu stünden Überlegungen, Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) mehr in die Verteilnetze durchsteuern zu lassen und Daten der VNB rund um die Uhr zur Verfügung zu stellen. „Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit mit 50Hertz, doch Konflikte gibt es bei den Daten und dem Zugriff auf Netznutzer“, sagte mit Bezug auf den ostdeutschen ÜNB auch Thomas Volk, technischer Geschäftsführer bei Stromnetz Hamburg.

EU-Generaldirektion Energie begrüßt VKU-Vorschlag

Unterstützung für eine stärkere Systemverantwortung der VNB angesichts der zunehmenden Dezentralisierung der Energieversorgung signalisierte Jan Papsch von der Generaldirektion Energie der Europäischen Kommission. „Es macht absolut Sinn, auch auf Verteilnetzebene mehr Redispatch zu betreiben. Wenn die Netze immer komplexer werden, macht es Sinn, die Flexibilität verstärkt auch dezentral zu nutzen“. Deshalb begrüße er den Vorschlag des VKU, unterstrich Papsch. (hcn)

STELLENMARKT

,

Social media

Folgen sie uns auf:
Facebook Twitter Xing

Zahl des monats

165 000

Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.